Untenehmen will am Mittwoch Bericht präsentieren
Bahn schreibt in diesem Jahr angeblich schwarze Zahlen

Am Mittwoch will das in die Kritik geratene Staatsunternehmen eine Bestandsaufnahme vorlegen. Das operative Ergebnis der Bahn liegt nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" bei 400 Mill. DM. Die "Bild"-Zeitung meldete unterdessen unter Berufung auf ein internes Vorstandspapier, die Risiken seien "viel höher als erwartet".

ap HAMBURG. Trotz der schwelenden Finanzkrise schreibt die Deutsche Bahn in diesem Jahr nach Informationen der "Financial Times Deutschland" schwarze Zahlen: Das operative Ergebnis werde bei 400 Mill. DM liegen, berichtet das Wirtschaftsblatt in seiner Mittwochausgabe. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen dagegen einen Betriebsverlust von 170 Mill. DM ausgewiesen und war damit erstmals seit der Bahnreform operativ in die roten Zahlen gerutscht. Die Bahn will am (morgigen) Mittwoch ihre Bestandsaufnahme der unternehmerischen Risiken vorlegen.

Konzernsprecher Dirk Große-Leege kündigte am Dienstag in Berlin an, Vorstandschef Hartmut Mehdorn wolle in Anwesenheit von Verkehrsminister Reinhard Klimmt die aktuelle Situation des Unternehmens darlegen.

Höhere Transportleistung

Dem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge ist das gute Abschneiden im laufenden Jahr unter anderem auf eine stark gestiegene Transportleistung zurückzuführen. So werde ein Umsatzplus von etwa drei Prozent erreicht. Bis 2005 würden die Ergebnisse allerdings wegen der notwendigen Investitionen und der dadurch anfallenden Abschreibungen insgesamt rund 20 Mrd. DM unter den Planzahlen von Bahnchef Mehdorn liegen, hieß es. Ab 2001 würden Verluste von bis zu 1,8 Mrd. DM jährlich erwartet.

"Risiken sehr viel höher als erwartet"

Die "Bild"-Zeitung meldete, die Risiken des Unternehmens seien noch höher als bislang angenommen. Unter Berufung auf ein internes Papier des Bahnvorstandes für den Bundestags-Haushaltsausschuss berichtete die Zeitung, die bisherigen Prognosen über Verluste bis 2004 seien bereits wieder überholt. "Die Risiken sind sehr viel höher als erwartet", zitierte es aus der Vorlage. Mehdorn schließe zusätzliche Risiken nicht aus. Vor etwa zehn Tagen war bekannt geworden, dass die Bahn AG mit jährlichen Defiziten zwischen 800 Mill. und 1,2 Mrd. in den nächsten drei Jahren deutlich höhere Verluste einfahren wird als bisher vorausgesagt.

In dem internen Papier heißt es laut "Bild" weiter, auch die vom Bund für zunächst drei Jahre zugesagte jährliche Finanzspritze von zwei Mrd. DM aus dem Verkauf der UMTS-Lizenzen dürfte nicht ausreichen, um aus der Bahn ein modernes Schnellverkehrssystem zu machen.



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