Unter 0,8730 $
Euro fällt auf Dreiwochentief

Der Euro ist am Montag im frühen europäischen Handel angesichts des sich abzeichnenden Wahlergebnisses in Italien und vor dem Zinstreffen der US-Notenbank (Fed) am Dienstag zeitweise auf ein neues Dreiwochentief bei Kursen unter 0,8730 $ gefallen.

Reuters FRANKFURT. Händlern zufolge sehen die Marktteilnehmer den Wahlausgang angesichts der häufigen Regierungswechsel pragmatisch. Viel wichtiger werde die Leitzinsentscheidung des US-Notenbank Fed am Dienstagabend für die Kursentwiucklung der Gemeinschaftswährung sein. Dabei seien die Investoren nicht mehr sicher, ob die Fed die Zinsen um weitere 50 Basispunkte senken wird.

Händlern zufolge sorgt bislang die Unsicherheit über den Ausgang der italienischen Wahlen für Druck auf den Euro. Sobald sich ein klares Ergebnis abzeichne, werde der Druck auf die Währung nachlassen. Bei den Parlamentswahlen in Italien liegt das Mitte-Rechts-Bündnis des Medienunternehmers Silvio Berlusconi Prognosen zufolge vor der regierenden Mitte-Links-Allianz. Berlusconis Bündnis "Haus der Freiheit" kann laut Hochrechnungen von Montagmorgen mit einer Mehrheit im Abgeordnetenhaus rechnen. Bei den Wahlen zum Senat lag Berlusconis Allianz zwar auch vor dem Bündnis des ehemaligen römischen Bürgermeisters Francesco Rutelli. Unklar blieb jedoch, ob es dort für eine absolute Mandatsmehrheit reichen wird.

Vorsichtigere Haltung der US-Notenbank Fed erwartet

Die am Freitag veröffentlichten überraschend günstigen US-Konjunkturdaten lassen Händlern zufolge eine erneute deutliche Senkung des maßgeblichen Zielsatzes der Fed für Tagesgeld unwahrscheinlicher erscheinen. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Fed eine vorsichtigere Haltung in Bezug auf eine Lockerung, die den Aktienmärkten und möglicherweise dem Dollar schaden könnte, einnehmen wird," sagte Marshall Gittler von der Bank of America in Tokio. Das bedeute aber zugleich, dass die Fed die Aussichten für die amerikanische Konjunktur inzwischen wieder zuversichtlicher beurteilt, fügte er hinzu.

Bislang war überwiegend erwartet worden, dass die Fed ihren Schlüsselzins am Dienstag ein fünftes Mal seit Jahresbeginn um 50 Basispunkte reduzieren wird. In diesem Jahr hat die Fed die Zinsen bereits in vier Schritten um zusammen 2,0 auf 4,50 Prozent gesenkt. Nach einer Umfrage geht die weit überwiegende Mehrheit der befragten Analysten trotz der besseren Konjunkturdaten von einer weiteren Lockerung um 50 Basispunkte am Dienstag aus.

Längerfristig wichtiger für den Markt als die Zinsentscheidung der Fed selbst wird Händlern zufolge die Stellungnahme der Währungshüter sein, die sie zusammen mit ihrem Beschluss am Dienstag gegen 20.15 Uhr MESZ veröffentlichen. Etliche Marktteilnehmer schlössen nach den starken Daten vom Freitag nicht aus, dass die Fed eine allmähliche Änderung ihrer bisher auf Lockerung gerichteten Haltung einleiten wird.

Eine überraschende Erholung der amerikanischen Einzelhandelsumsätze im April und das unerwartet gewachsene Vertrauen der US-Bürger in die Wirtschaft des Landes hatten am Freitag Hoffnungen auf eine weitere kräftige Zinssenkung in den USA einen Dämpfer verpasst. Nach der jüngsten Umfrage der Universität Michigan ist das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die Wirtschaft des Landes im Mai überraschend gewachsen. Zudem hatten die US-Einzelhandelsfirmen ihre Umsätze im April über erwarten kräftig gesteigert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%