Unter 4 800 Punkte
Ausverkauf vor Handelsende: Dax bricht ein

Der Standardwerte-Index ist auf den tiefsten Stand seit 30 Monaten gefallen. Kurz vor Handelsende setzte noch einmal eine Verkaufswelle ein.

dpa-afx FRANKFURT. Die Kursverluste am Frankfurter Aktienmarkt haben am Freitag nahezu dramatische Züge angenommen. Wenige Minuten vor Handelsschluss setzte erneut eine Verkaufswelle ein, die den Deutschen Aktienindex Dax bis auf 4.730, 67 Punkte herunter presste - der tiefste Stand seit 30 Monaten. Der Tagesverlust belief sich auf 2,97 %. Kaum besser erging es den Werten im MDax und am Neuen Markt: Der Nebenwerteindex verlor 1,76 % auf 4.294,53 Punkte, der Nemax 50 knickte 1,49 % auf 931,84 Zähler ein.



Die Reaktionen der Händler reichten von Kopfschütteln über Verständnislosigkeit bis zu kühlen Erklärungsversuchen. Nach den überraschend hohen Arbeitslosenzahlen in den USA habe der Verkaufsdruck nicht nachgelassen, hieß es. Kurz vor dem Wochenende wollten viele Anleger daher "noch raus aus den Märkten".

Die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten haben Händlern zufolge "den Märkten den Rest gegeben". Die Zahlen hätten die Investoren völlig überrascht. In den USA kletterte die Arbeitslosen-Quote im August auf 4,9 % nach 4,5 % im Vormonat und erreichte damit den höchsten Stand seit vier Jahren.

Größter Verlierer war der Dax-Neuling MLP mit einem Verlust von 7,77 % auf 58,20 Euro. Das Papier des Finanzdienstleisters gerate mit den Versicherungstiteln in den Abwärtstrend, sagten Händler. Zudem sei es weiterhin zu hoch bewertet. Allianz verloren 3,43 % auf 263,30 Euro, Münchener Rück 3,58 % auf 269,97 Euro. Zusätzlicher Druck dürfte von der Swiss Re gekommen sein, die einen höheren Gewinnrückgang als erwartet verbuchte, hieß es.

Auch die Bankentitel standen unter Druck. HypoVereinsbank verloren 6,16 % auf 39,90 Euro. Deutsche Bank gaben 6,48 % auf 66,21 Euro nach. "Die Börsenflaute belastet auch das Investmentbanking-Geschäft der Banken, daher gehen wohl einige Anleger aus diesen Titel raus", sagte ein Händler.

Deutsche Telekom sind am Freitag zeitweise unter der Marke von 15 Euro gehandelt worden. Das einst als "Volksaktie" gepriesene Papier rutschte zum Handelsende um 3,16 % auf 15,02 Euro und damit in die Nähe des Emissionskurses von 14,57 Euro. Die T-Aktie hat seit den Höchstständen bei rund 104 Euro im Frühjahr vergangenen Jahres rund 85 % ihres Wertes eingebüßt. Aktien/Börsen/Börsenschluß/Standardwert/Deutschland/ Aktien Frankfurt Schluss: Dax bricht ein --3 (Infineon, SAP, Auto-Titel)=

Gegen den allgemeinen Abwärtstrend zulegen konnten Technologiewerte. Infineon gewannen 2,02 % auf 22,27 Euro, SAP 1,94 % auf 129,06 Euro. Dabei verschaffte die bestätigte Prognose des US-Chipherstellers Intel Auftrieb. Zusätzlich stufte die Investmentbank Goldman Sachs den europäischen Halbleitersektor auf "Übergewichten".

Auch Volkswagen kletterten um 0,96 % auf 50,32 Euro. Der Aufsichtsrat hatte Bernd Pischetsrieder einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Dagegen drehten BMW ins Minus und verloren 2,36 % auf 36 Euro. DaimlerChrysler notierten bei 44,80 Euro - ein satter Verlust von 6,67 %./akr/av

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