Unter Analystenerwartungen
Schwacher Automarkt drückt Michelin-Gewinn

Der größte europäische Reifenhersteller Michelin hat im vergangenen Jahr unter anderem wegen des schwachen US-Automarktes rund ein Viertel weniger verdient als ein Jahr zuvor.

Reuters PARIS. Auch niedrigere Lkw-Verkäufe und höhere Gummipreise belasteten, teilte der französische Konzern am Dienstag in Paris mit.

Der Netto-Gewinn sank den Angaben zufolge 2001 auf 296 Millionen Euro von 399 Mill. Euro im Vorjahr. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 304,3 Mill. Euro gerechnet. Das Marktumfeld werde auch im ersten Halbjahr 2002 schwierig bleiben. Der Konzern wolle aber im Gesamtjahr eine operative Gewinn-Marge von 6,7 bis 7,4 Prozent erreichen.

Sonderkosten für Stellenabbau

Michelin nannte 29 Mill. Euro Sonderaufwand für den Abbau von Stellen im vergangenen Jahr. "Diese Sonderkosten sollten 2002 nicht wieder auftreten", teilte Michelin mit. In den vergangenen drei Jahren reduzierte Michelin seine europäische Belegschaft um 7 500 Mitarbeiter. Jetzt will der Konzern in Nordamerika 2000 Stellen streichen und damit rund 200 Mill. Dollar jährlich einsparen.

Auch der weltgrößte Reifenkonzern Goodyear hatte in diesem Monat den Verlust von 3500 Stellen angekündigt, nachdem der Konzern zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren einen operativen Jahresverlust verbucht hatte. Auch die deutsche Continental wird das vergangene Jahr nach eigener Einschätzung voraussichtlich mit roten Zahlen abschließen.

Sonderertrag durch Beteiligungsverkauf

Aus dem Verkauf von Peugeot-Aktien erzielte Michelin Sondererträge, die der Konzern auf 363 Mill. Euro bezifferte. Bereits früher hatte Michelin ein Umsatzplus für 2001 um 2,5 Prozent auf 15,775 Mrd. Euro mitgeteilt. Dazu habe besonders ein wachsender Anteil teurer Reifen beigetragen.

Michelin wird nach eigenen Angaben von sinkenden Preisen für Rohmaterialien profitieren. So seien die Prognosen mit einem Ölpreis von 22 Dollar je Barrel (159 Liter) erstellt worden. Am Dienstag notierte ein Barrel Nordsee-Öl zur Lieferung im April bei 20,05 Dollar.

Michelin-Aktien stiegen am Dienstag in Paris in einem freundlichen Gesamtmarkt um rund 3,8 Prozent auf 41,39 Euro.

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