Unter Auflagen
Brüssel genehmigt Fusion Allianz/Dresdner Bank

Allianz und Dresdner Bank können nach einer Entscheidung der EU-Kommission zum größten deutschen Allfinanzkonzern fusionieren.

dpa BRÜSSEL/MÜNCHEN. Für die Genehmigung reduzieren beide Unternehmen bis Ende 2003 ihre Beteiligung bei der Münchener Rückversicherung auf insgesamt 20,5 % nach zuvor 32,3 %. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel nach einer sechswöchigen wettbewerbsrechtlichen Standardprüfung mit.

Derzeit halte die Allianz 24,9 % an der Münchener Rück und die Dresdner Bank 7,4 %. Beide Unternehmen verpflichteten sich, ihre Stimmrechte bei der Münchener Rück ab sofort auf 20,5 % zu begrenzen.

Die Allianz will jetzt die Dresdner Bank rasch in den Konzern integrieren. "Wir freuen uns über das grüne Licht aus Brüssel", sagte Allianz-Vorstandschef Henning Schulte-Noelle in München. Der Konzern wolle nun sofort daran gehen, sein "Leistungsangebot als integrierter Finanzdienstleister für Altersvorsorge und Vermögensaufbau an den Markt zu bringen".

Die Kommission stellte zahlreiche "strukturelle und wirtschaftliche Verbindungen" zwischen Allianz/Dresdner und Münchener Rück fest. Münchener Rück könnte durch den Zusammenschluss gestärkt werden, argumentierten die Wettbewerbshüter. Münchener Rück habe ebenfalls - mit der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank - eine Allfinanzgruppe geschaffen.

Insgesamt führe die - nun mit Auflagen versehene - Fusion nicht zu einer marktbeherrschenden Position von Allianz/Dresdner auf dem Allfinanzmarkt, obwohl die Allianz ihre Wettbewerbssituation verbessere. Die Kommission untersuchte auch die Auswirkungen im Bereich der neuen privaten Altersvorsorge, der so genannten Riester- Rente.

Allianz und Münchener Rück boten während der Wettbewerbsuntersuchung von sich aus an, ihre Überkreuz-Beteiligungen auf etwa 20 % zu begrenzen. Dies sei aber nur eine Absichtserklärung gewesen, für die Billigung war aber eine formelle Verpflichtung der Allianz nötig, sagte die Sprecherin von EU- Wettbewerbskommissar Mario Monti. Die Brüsseler Untersuchungen dauern bei Fusionen dieser Größenordnung üblicherweise wesentlich länger.

Allianz und Dresdner Bank haben zusammen mehr als 20 Mill. Kunden und mehr als 80 000 Mitarbeiter im Inland. Der neue Konzern will sich vor allem auf die Wachstumsmärkte Altersvorsorge und Vermögensverwaltung konzentrieren.

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