Unter Beton versteckt
Scud-Raketen auf Schiff aus Nordkorea

Spanische Kriegsschiffe haben im Arabischen Meer ein nordkoreanisches Frachtschiff abgefangen, auf dem mindestens zwölf Scud-Raketen versteckt waren. Nach US-Angaben wurde die "So San" bereits am Montag von einer Fregatte und einem Versorger der spanischen Kriegsmarine gestoppt und anschließend durchsucht. Verteidigungsminister Federico Trillo wollte am Mittwoch vor der Presse Einzelheiten nennen.

Reuters WASHINGTON. Der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage sagte in Peking, der Waffenfund bestätige, dass Nordkorea einer der größten Waffenlieferanten überhaupt sei. "Dies war von den US-Behörden seit einiger Zeit erwartet worden." Daher ändere sich die Nordkorea-Politik der USA wohl nicht, sagte er zu Journalisten.

Die spanischen Kriegsschiffe, die Fregatte "Navarra" und sein Versorger "Patino", sind Teil einer multinationalen Anti-Terror-Streitmacht in der Region. Wohin der Frachter wollte, sei noch nicht geklärt, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des US-Präsidialamtes, Sean McCormack. In US-Regierungskreisen wurde spekuliert, dass der Jemen das Ziel der Nordkoreaner gewesen sein könnte, Irak anscheinend nicht. Im Golf-Krieg 1991 hatte Irak Scud-Raketen gegen Israel und Saudi-Arabien eingesetzt.

Die Raketen seien unter Zementsäcken versteckt gewesen, verlautete aus US-Kreisen. Das Schiff, das seit Wochen unter Beobachtung des US-Geheimdienstes gestanden habe, sei 950 Kilometer vom Horn von Afrika entfernt gestoppt worden. Wie aus dem spanischen Verteidigungsministerium verlautete, gab die "Navarra" Warnschüsse ab, nachdem der Kapitän des nordkoreanischen Schiffes nicht wie gefordert seine Maschine gestoppt habe. Das Schiff sei ohne Flagge gefahren.

Die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA sind derzeit belastet, da Nordkorea nach US-Angaben trotz gegenteiliger Abkommen weiter an einem Atomwaffenprogramm arbeitet. Die USA und ihre Verbündeten stoppten daraufhin die Lieferung von kostenlosem Heizöl nach Nordkorea und kürzten auch die Lebensmittelhilfe für das kommunistische Land. US-Präsident George W. Bush zählt Nordkorea wie Iran und Irak zu einer "Achse des Bösen".

Armitage sagte zum Auftakt seines China-Besuchs zu Journalisten, es glaube nicht, dass der Vorfall eine Änderung der US-Politik gegenüber Nordkorea bewirken werde. "Das ist nicht wirklich eine Entwicklung, die neu ist."

Die nordkoreanischen Scud-Raketen sind eine Weiterentwicklung der früheren sowjetischen Scud-Raketen, die auf Basis der im Zweiten Weltkrieg von deutschen Technikern entwickelten V-2-Rakete entwickelt wurde. Erstmals wurde im April 1984 eine von Nordkorea entwickelten Scud-Rakete getestet. Nordkorea nennt die Rakete, die eine Reichweite von etwa 550 Kilometern hat, Hwasong 6.

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