Unter den Passagieren auch 13 Deutsche
Flugzeugabsturz bei Zürich: 24 Tote

Der Absturz eines Passagierflugzeuges im Landeanflug auf den Zürcher Flughafen hat 24 Menschen in den Tod gerissen. Neun Insassen überlebten. Wie die Polizei am Sonntagabend bekannt gab, wurden alle Leichen geborgen. Auf der Passagierliste des Crossair-Fluges von Berlin nach Zürich am Samstagabend standen auch 13 Deutsche.

ap BASSERSDORF. Bundeskanzler Gerhard Schröder sandte ein Beileidsschreiben in die Schweiz. Unter den Todesopfern ist auch die Popsängerin Melanie Thornton, wie deren Plattenfirma bestätigte.

Sieben Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder überlebten verletzt. Das Flugzeug vom Typ Jumbolino Avro RJ 100 war im Landeanflug aus zunächst ungeklärter Ursache in ein Waldstück bei Bassersdorf gestürzt. Zum Unglückszeitpunkt fiel dichter Schneeregen. Fünf Personen mussten am Sonntagabend noch immer im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen befanden sich in kritischem Zustand.

Die Passagierliste wurde zunächst noch nicht freigegeben, weil nicht alle Angehörigen verständigt werden konnten. An Bord der Maschine befanden sich insgesamt 33 Personen: zehn Schweizer, 13 Deutsche, drei Israelis, zwei Niederländer sowie jeweils eine Person aus Kanada, Ghana, Österreich, Schweden und Spanien. Bei den fünf Besatzungsmitgliedern handelte es sich um Schweizer. Der Pilot, der wie der Copilot ums Leben kam, verfügte über langjährige Erfahrung. Er arbeitete schon seit 1979 bei der Crossair. Er soll die geänderte Anflugroute auf die Westpiste 28 des Flughafens Zürich-Kloten schon mehrmals geflogen sein. Der Anflug auf Piste 28 gilt vor allem bei schlechten Sichtbedingungen als anspruchsvoll.

Der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger wies Schuldzuweisungen im Zusammenhang mit dem Anflugverfahren zurück. Es handle sich um ein Verfahren, das seit 20 Jahren existiere und schon häufiger bei schlechtem Wetter auf der Nordanflugroute gewählt worden sei. Bei schlechtem Wetter sei aber auch das Ausweichen auf den Ostanflug möglich. Augenzeugen berichteten, die Trümmerteile hätten an der Absturzstelle relativ eng beieinander gelegen, das Heck sei praktisch unbeschädigt gewesen. Dagegen brannte der mittlere Teil vollständig aus.

Zweites schweres Crossair-Unglück in 24 Monaten

Für die Crossair handelte es sich um das zweite schwere Unglück innerhalb von zwei Jahren. Am 10. Januar 2000 kamen zehn Insassen ums Leben, als eine Saab 340 kurz nach dem Start in Zürich-Kloten in Richtung Dresden abstürzte. Das neuerliche Unglück fällt mit der größten Krise der Schweizer Zivilluftfahrt zusammen. Crossair-Chef André Dosé sagte dazu, es sei unbedeutend, in welchem Umfeld sich der Unfall ereignet habe. "Es ist das Schlimmste, was einer Luftfahrgesellschaft passieren kann. Wir müssen jetzt alles daran setzen, um diese Krise meistern zu können." Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Christian Gerber vom Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sagte, das Flugzeug habe die Minimalflughöhe unterschritten. Genauere Angaben erhoffen sich die Ermittlungsbehörden vom Flugdatenschreiber und vom Cockpit-Voice-Recorder. Beide Geräte wurden bereits geborgen.

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