Unter den Toten war der Mörder des Bischofs Gerardi: Sechs Tote bei Häftlingsrevolte in Guatemala

Unter den Toten war der Mörder des Bischofs Gerardi
Sechs Tote bei Häftlingsrevolte in Guatemala

Bei Unruhen in einem Gefängnis in Guatemala sind am Mittwoch mindestens sechs Häftlinge ums Leben gekommen. Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, wurden drei von ihnen von Mithäftlingen enthauptet.

HB/dpa GUATEMALA-STADT. 17 Insassen der Haftanstalt in Guatemala-Stadt wurden verletzt, sieben von ihnen schwer. Polizei und Wärter bekamen die Lage erst nach mehreren Stunden wieder unter Kontrolle. Die Ursache des Aufruhrs war zunächst nicht bekannt. Unter den ermordeten Häftlingen befand sich den Angaben zufolge der frühere Armeeoffizier Obdulio Villanueva, der 1998 den Bischof Juan Gerardi ermordet haben soll.

Zusammen mit zwei weiteren Ex-Militärs war Villanueva im vergangenen Jahr wegen dieser Tat zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das erstinstanzliche Urteil wurde aber aufgehoben. Die drei Militärs warteten auf ein neues Verfahren. Bischof Gerardi, Leiter eines kirchlichen Menschenrechtsbüros, war Ende April 1998 in seiner Garage erschlagen worden.

Zwei Tage zuvor hatte er einen Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt, in dem die Armee für den größten Teil der Grausamkeiten während des kurz zuvor beendeten Bürgerkrieges in dem mittelamerikanischen Land verantwortlich gemacht wurde. Im Dezember vorigen Jahres waren in dem Gefängnis Pavoncito, rund 30 Kilometer außerhalb von Guatemala-Stadt, 14 Häftlinge bei Unruhen getötet worden. Hintergrund waren seinerzeit Bandenrivalitäten.

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