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Unter Geiern

Erinnern Sie sich? Zunächst verhielten sich einige Risikokapitalgeber wie Lemminge, weil sie Intenet-Trends hinterher liefen. Dann galten sie als Haie, weil sie es nur auf kurzfristige Rendite und nicht auf nachhaltige Geschäftsideen abgesehen haben sollen. Werden sie nun zu Geiern, die aus den Resten der Beteiligungen anderer noch Kapital schlagen?

Selbst in den USA wird nicht gern darüber gesprochen und im vornehmen London heißen sie Secondary Funds. Doch in Deutschland scheinen Vulture Capitalist - Geier-Kapitalisten - die einzelne Firmenbeteiligungen oder ganze Bündel von Beteiligungen, Portfolios genannt, zum Schnäppchenpreis aufkaufen, völlig im Verborgenen zu arbeiten.

Dabei gibt es einen Markt für die Geier: Kleine Wagniskapitalgeber, die das Vertrauen ihrer Investoren verloren haben, bieten schon seit geraumer Zeit ihre Beteiligungen anderen Venture-Capital-Gebern (VC) an, das zeigt das VC-Panel, eine gemeinsame Umfrage der Unternehmensberatung Mackewicz und Partner, den VDI-Nachrichten und Netzwert bei 37 VC in Deutschland. Gut ein Viertel der Befragten hat schon solche Angebote bekommen. Doch die meisten interessieren sich nicht für das Geschäft.

Vulture Capitalist freuen sich über kleine Preise und das kommende große Geschäft. In Zeiten, in denen Wagniskapitalgeber damit beschäftigt sind, ihre Beteiligungen in gute und schlechte zu sortieren und lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende vor sich sehen, können die Geier zuschlagen, sich ein preiswertes Unternehmen krallen und dort gründlich aufräumen, bevor sie es vielleicht doch als Ganzes oder in Häppchen an Konzerne oder Anleger verkaufen.

Was so böse klingt, muss aber keine schlechte Sache sein, sammeln sie doch diejenigen Unternehmen ein, die vielleicht nicht mehr ganz so hip sind, aber im Kern eine gute Idee haben. Vielleicht bekommen auf diese Weise junge Unternehmen sogar eine zweite Chance, als Beteiligung aus zweiter Hand sozusagen.

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