Unter massiven Auflagen
Spitzenreiter Nordhorn erhält Bundesliga-Lizenz

Nach der Lizenzerteilung in zweiter Instanz darf Bundesliga-Spitzenreiter HSG Nordhorn auch in der neuen Saison im deutschen Handball-Oberhaus spielen. Zehn Tage nach dem "Schock von Hannover" mit der Verweigerung der Spielgenehmigung blieb der Supergau im deutschen Handball damit aus.

dpa HAMBURG. Das Starensemble aus Niedersachsen erhielt am Donnerstag durch den Ligaausschuss der Handball-Bundesliga-Vereinigung Männer (HBVM) die Lizenz für die höchste deutschen Spielklasse - allerdings mit massiven Auflagen. "Nordhorn ist sehr, sehr eingeengt worden", sagte der Ligaausschuss-Vorsitzende Heinz Jacobsen. Der Kieler stellte fest: "Die Sache hat dem Image des deutschen Handballs sehr geschadet."

Der mit 1,8 Mill. Euro in der Kreide stehende Club hatte den Gutachtern ein neues Konzept zum Schuldenabbau vorgelegt, das auch bei der Krisen-Sitzung des Ligaausschusses in einem Hamburger Hotel positiv bewertet wurde. Neben dem Meisterschaftskandidaten erhielten auch die Zweitliga-Clubs HC Empor Rostock, TVA Saarbrücken und HSV Düsseldorf im zweiten Anlauf die wirtschaftliche Spielberechtigung für die Handball-Saison 2002/2003.

Zerreißprobe ist möglich

Drei Tage vor dem vorentscheidenden Meisterschaftsspiel der Nordhorner (51:13 Punkte) am Pfingstsonntag beim Tabellen-Zweiten THW Kiel (50:14) fiel die Entscheidung im Ligaausschuss nach einer 90-minütigen, höchst kontroversen Diskussion satzungsgemäß - und könnte zu einer Zerreißprobe führen.

Vor allem durch die Finanzspritze von Speditionsunternehmer Bernd Rigterink, dem HSG-Marketing-Geschäftsführer, und weiterer privater Bürgen wird der Nordhorner Schuldenberg schon bis zum 30. Juni auf 95 000 Euro abgetragen. Falls nicht droht ein Abzug von bis zu acht Punkten. Künftig wird die Bilanz monatlich geprüft und Jacobsen nimmt auch Einsicht in die Arbeitsverträge der Spieler, um Plan und Soll zu vergleichen - das ist einmalig. Weiterhin muss die HSG stets einen Kreditrahmen in Höhe von 200 000 Euro verfügbar haben.

Vor allem wegen fehlender Liquidität war Nordhorn die Lizenz zunächst verweigert worden. Neben Rigterinks Einsatz sorgten auch noch verschiedene Darlehen, Bürgschaften und private Spenden für die Wende. Nach Darstellung der HSG, die erst 1999 in die Bundesliga aufgestiegen ist, soll der größte Teil der Schulden aus dem Bau der 1998 fertig gestellten Halle "Euregium" entstanden sein. Allerdings hatte sich die HSG in der vergangenen Saison trotz der finanziellen Probleme weiter mit Stars verstärkt.

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