Unterhaching bleibt Regionalligist
Eintracht Frankfurt erhält doch die Lizenz

Das Ständige Neutrale Schiedsgericht bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erteilte Eintracht Frankfurt am Mittwoch in Stuttgart doch noch die Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga. Eine von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) erteilte Bürgschaft über 4 Millionen Euro sei als ausreichend und rechtmäßig anzusehen.

dpa STUTTGART/FRANKFURT/MAIN. Eintracht Frankfurt hat am Grünen Tisch den größten Sieg in seiner 103-jährigen Vereinsgeschichte errungen. Das Ständige Neutrale Schiedsgericht bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erteilte den Hessen nach fast sechsstündigen Beratungen am Mittwoch in Stuttgart doch noch die Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga. Damit wurde der Traditionsverein in letzter Minute vor dem Absturz ins Amateurlager bewahrt. Die sportlich abgestiegene SpVgg Unterhaching muss nun doch in der Regionalliga Süd bleiben.

Die Entscheidung des dreiköpfigen Gremiums unter Vorsitz des Bielefelder Professors für Arbeits- und Zivilrecht, Wolfgang Grunsky, fiel im Stuttgarter Steigenberger Hotel "Graf Zeppelin" einstimmig. Die neutralen Richter verurteilten den DFL-Vorstand, über die Vergabe der Lizenz an Eintracht Frankfurt "neu zu bescheiden".

Dabei hat der DFL-Vorstand zu beachten, dass die von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) am 17. Juni erteilte Bürgschaft über 4 Millionen Euro als ausreichend und rechtmäßig anzusehen ist. "Es gab Unklarheiten in der Urkunde, die haben wir aber nicht als relevant angesehen", erklärte Grunsky.

"Ich kann mich noch gar nicht richtig freuen. Das Ganze ging doch arg an die Nieren", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Eintracht, Volker Sparmann, gleich nach der Urteilsverkündung, die auch den Weg zur sportlichen Vorbereitung ebnet. Der neue Trainer Willi Reimann wird am (morgigen) Donnerstag (15.00 Uhr) mit den verbliebenen Lizenzspielern das Training für die kommende Runde aufnehmen.

Während der Verhandlung hatten sich neue Sachverhalte ergeben, die zu zahlreichen Unzerbrechungen führten. So ließ sich das Gremium von der Helaba bestätigen, ob die Unterschriften unter der Bürgschafts- Urkunde rechtmäßig seien, da keine Vorstandsmitglieder der Helaba unterzeichnet hatten. Die Rücknahme der Garantie nach Abgabe der Urkunde durch Sparmann ließ das Schiedsgericht nicht gelten.

"Änderungen der Bedingungen waren nach der Einreichung nicht mehr möglich", argumentierte Grunsky und folgte in diesem Punkt der juristischen Einlassung des Eintracht-Rechtsvertreters Christoph Schickardt (Ludwigsburg). Auch wenn Einschränkungen seitens der Helaba geltend gemacht wurden, so habe die Eintracht dennoch die gestellten Bedingungen erfüllt.

Die DFL musste gleich im ersten Jahr der Zuständigkeit für die Lizenzierung der Vereine der 1. und 2. Bundesliga eine schwere Schlappe einstecken. DFL-Justiziar Thomas Summerer ließ kein gutes Haar an der Entscheidung des Schiedsgerichts. "Wir sehen die Gefahr, dass das Lizenzierungsverfahren zum Spielball wird, wenn rechtens sein soll, dass Erklärungen eingeschränkt und beliebig in und außer Kraft gesetzt werden", sagte der Jurist, der wie der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Wilfried Straub, der Helaba die Schuld am juristischen Streit gab. Die DFL akzeptiere und respektiere aber das Urteil und sieht die Lizenzerteilung für die Eintracht nur noch als Formsache. "Es sei denn, die Helaba überlegt es sich noch einmal anders", sagte der DFL-Justiziar.

Die SpVgg Unterhaching muss nach der Entscheidung des Schiedsgerichts zurück in die Regionalliga. Allerdings will die DFL auf Anregung des Schiedsgerichts und mit Befürwortung Eintracht Frankfurts ein so genanntes 19-er Modell überdenken. "Wir werden darüber beraten, auch wenn das in der Satzung nicht vorgesehen ist", sagte Summerer. Nach der Lizenzverweigerung hatte der Liga-Verband Unterhaching unter Vorbehalt wieder in die 2. Liga aufgenommen.

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