Unterhaltungselektronik-Riesen gründen Forum für gemeinsame Standards
Linux soll Softwareplattform für Handys und Videospiele liefern

Führende Unternehmen der Unterhaltungselektronikbranche wollen die Software Linux stärker als Steuerungssoftware für Geräte wie Handys, Videospielkonsolen und moderne HiFi-Anlagen nutzen.

tnt FRANKFURT/M. Zu diesem Zweck haben jetzt die Branchenriesen Sony, Hitachi, Philips, Samsung sowie Toshiba, Sharp, NEC und Matsushita eine Initiative gegründet, die einheitliche technologische Standards für den Einsatz von Linux in der Unterhaltungselektronik festlegen soll.

Derzeit entwickelt jedes Unternehmen eine eigene Steuerungssoftware für seine Endgeräte. Doch mit der zunehmenden Verbreitung von Computertechnologie in der Unterhaltungselektronik ähneln diese Software-Elemente zunehmend einfachen Betriebsystemen, wie sie in PC zum Einsatz kommen. Videospielkonsolen wie die "Playstation" von Sony oder die "X-Box" von Microsoft sind ohnehin nichts anderes als Spezial-PC.

Ziel der Linux-Initiative soll es zunächst sein, das Starten und Abschalten der Geräte zu beschleunigen, die Anforderungen an Prozessor und Speicherleistung zu minimieren und den Stromverbrauch der oft transportablen Endgeräte zu verringern.

Der Softwareriese Microsoft hat für Handys und Taschencomputer bereits das Betriebsystem "Microsoft Windows CE" auf den Markt gebracht und versucht damit im Markt Fuß zu fassen. Sollte das von den Unternehmen gegründete Linux Forum zügig verbindliche Standards für die Unterhaltungselektronik festlegen, würde Linux als Betriebsystem für Server und PC auch auf diesem Wachstumsmarkt in Konkurrenz zu Microsoft treten. Microsoft hat auf Grund der erstarkenden Konkurrenz vor wenigen Wochen angekündigt, die Regularien für Windows-CE-Lizenzen zu lockern.

Verstärkung könnte das Forum durch den weltgrößten IT-Konzern IBM erhalten, der nach Angaben des Forums ebenfalls den baldigen Beitritt zur Initiative der Elektronikkonzerne plant. IBM fertigt eine Reihe von speziellen Chips für die Unterhaltungselektronik. Interessant seien dabei "die hohen Stückzahlen, die den oft hohen Entwicklungsaufwand rechtfertigen", sagt Hans-Jürgen Rehm, Sprecher bei IBM Deutschland.

Nach Einschätzung von Branchenkennern ist das CE Linux Forum derzeit jedoch noch nicht viel mehr als eine "Absichtserklärung" der Unterhaltungselektronikbranche. Bemerkenswert ist nach Ansicht von Ralf Wolf, Sprecher der NEC Deutschland GmbH, allerdings, dass sich damit "ein Trend zu größerer Kooperationsbereitschaft" zwischen den japanischen Unterhaltungselektronikriesen fortsetze.

Offensichtlich fördert die anhaltend schwierige wirtschaftliche Situation sowie Absatzsorgen den Willen zur Kostensenkung. Dazu könnte Linux nach Einschätzung von IBM-Sprecher Rehm einen Teil beitragen, "da sich die Software sehr schnell an verschiedene Aufgaben in den unterschiedlichsten Endgeräten anpassen lässt".

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