Unterm Strich rote Zahlen: RTL Group dank „Superstars“ mit Gewinnplus

Unterm Strich rote Zahlen
RTL Group dank „Superstars“ mit Gewinnplus

Der größte europäische TV-Konzern, RTL Group, hat im vergangenen Jahr unter anderem wegen des Erfolgs der "Superstar"-Shows in Europa seinen operativen Gewinn um mehr als die Hälfte gesteigert, unter dem Strich aber weiter rote Zahlen geschrieben.

Reuters LONDON. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sei der Gewinn 2002 auf 424 Mill. ? von 276 Mill. ? im Vorjahr gestiegen, teilte die in Luxemburg ansässige Tochter des Bertelsmann-Konzerns am Montag mit. Nach Steuern verbuchte der Konzern wegen Abschreibungen auf Firmen- und Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 119 Mill. ? einen Verlust von 56 Mill. ?. Trotz der Werbekrise stieg der Umsatz den Angaben zufolge um 7,6 % auf 4,36 Mrd. ?. Konkrete Prognosen gab die RTL Group nicht. Das Werbeumfeld bleibe schwierig, hieß es lediglich.

Der Konzern, der in acht europäischen Ländern 23 TV-Sender und 22 Radiostationen betreibt, begründete den Ergebnisanstieg mit Kostensenkungen und dem Erfolg des TV-Formats "Pop Idol", in Deutschland bekannt als "Deutschland sucht den Superstar". Die RTL-Tochter Fremantel Media, die die Shows produziert, habe ihren Gewinn ebenfalls um mehr als 50 % gesteigert, teilte RTL mit. Mit der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms sei die Kostenbasis um weitere drei Prozent gesunken. "Wir werden unsere Kosten weiter sorgfältig kontrollieren", erklärte der neue RTL-Chef Gerhard Zeiler, der erst Anfang März Nachfolger des überraschend zurückgetretenen Didier Bellens wurde.

In ganz Europa hat die Medienindustrie unter der Schwäche der Werbemärkte zu leiden, doch auf dem deutschen TV-Markt, wo RTL rund 40 % seiner Umsätze erwirtschaftet und mit der Senderfamilie ProSiebenSat.1 konkurriert, ist die Krise am ausgeprägtesten. Experten rechnen hier mit einem bestenfalls stagnierenden TV-Werbemarkt im laufenden Jahr, nach einem Rückgang von bis zu zehn Prozent im Jahr 2002.

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