Unternehmen arbeitet an eigenen Problemen
Sauer-Danfoss-Aktie gilt als teuer

Analysten mahnen auf Grund der schwachen Aussichten beim Hydraulik-Spezialisten zur Vorsicht.

FRANKFURT/M. Als bei der Zusammenstellung der neuen Dax-Indexfamilie vor gut einem Vierteljahr der Name Sauer-Danfoss Inc. im SDax auftauchte, dachten viele Investoren zuerst an den Namen Danfoss und Heizungs-Thermostate - ein Trugschluss. Denn das heutige Unternehmen trennte sich von diesem Bereich beim Zusammenschluss mit der US-Firma Sauer im Jahr 2000. Dank zweier Roadshows und etlicher PR-Termine hat sich inzwischen aber auch bei Investoren herumgesprochen, dass Sauer-Danfoss in erster Linie Spezialist für Mobilhydraulik ist: Die Anwendungspalette ist breit gefächert, geht vom Traktor bis zum Rasenmäher, von der Planierraupe bis zum Kran.

Damit war Sauer-Danfoss zuletzt auch gut im Geschäft. Rund 300 Mill. Dollar setzte das in der Nähe von Chicago beheimatete Unternehmen im ersten Quartal um, was 24 % mehr als im Vorjahreszeitraum waren. Dabei wurde ein Nettoergebnis von 10,2 Mill. Dollar oder 0,21 Dollar je Aktie erzielt. Der Kurs zog daraufhin um gut 20 % auf 8,90 Euro an und liegt derzeit bei 8,17 Euro.

Einige Analysten mahnen jedoch auf dem derzeitigen Niveau zur Vorsicht. "Bei einem Kurs von 8,40 Euro haben wir die Aktie auf Reduzieren gestellt", sagt Thorsten Zimmermann von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Hauptgründe waren für ihn, dass das industrielle Umfeld im Moment eher durchwachsen erscheint und das Management berichten musste, dass sich der Auftragseingang im April abgeschwächt hat. Es sei eine leichte Bewegung im Markt, eindeutige Anzeichen eines deutlichen Aufschwungs sind jedoch nicht erkennbar, hieß es von dort. Zudem ist das Geschäft von Sauer-Danfoss zyklisch - das Hauptgeschäft wird im ersten Halbjahr eingefahren, während das zweite Halbjahr traditionell schwach ist. "Die entscheidende Frage ist diesmal: Lässt sich ein Verlust im zweiten Halbjahr vermeiden", so HSBC-Experte Zimmermann.

Andere Analysten nehmen im Moment eine neutrale Haltung gegenüber der Aktie ein. "Halten" heißt es vom Experten-Team von Independent Research, "Neutral" sagt Jamie Cook von Credit Suisse First Boston (CSFB).

Im Unternehmen stellt man sich in jüngster Zeit den eigenen Problemen. Erkannt hat das Management, dass das vierte Quartal in den letzten Jahren immer schwächer wurde - und Gegenmaßnahmen eingeleitet. "Unser Ziel sind langfristige Geschäfte, die nicht quartalsbezogen sind", sagt Finanzvorstand Karl J. Schmidt. Zudem sollen Kosten, Investitionsausgaben und Umlaufvermögen weiter gestrafft werden.

Einen weiteren Vorteil gegenüber der Branche sieht Schmidt in der breiten Aufstellung von Sauer-Danfoss in den Branchen Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Straßenbau, Spezialfahrzeuge und Rasenmäher. Jeder der fünf Teilbereiche, in denen das Unternehmen tätig ist, trägt etwa gleich viel zum Konzernumsatz bei. Zudem trägt kein Großkunde, zu denen unter anderem die Traktorenhersteller John Deere und Case New Holland zählen, mehr als 10 Prozent zum Umsatz bei.

Für Phantasie sorgen Akquisitionspläne, die schon in naher Zukunft Realität werden könnten. Die Blickrichtung geht nach Auskunft von Karl J. Schmidt in Richtung Japan, China und Indien, dem größten Traktorenmarkt der Welt. Auch soll der direkte Kontakt zu weiteren Investoren gesucht werden: Nach Roadshows in Zürich und Frankfurt stehen in diesem Jahr noch London, Dublin und Edinburgh auf dem Programm.

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