Unternehmen bei Olympia
Wanderzirkus der Topmanager

Auf dem Olympiagelände in Peking geht es zuweilen zu wie auf einer Messe. Rund um das Nationalstadion locken zahllose Unternehmen – mit Kühlung, Häppchen und Bier. Wie unter anderem deutsche Unternehmen versuchen, sich während der Olympischen Spiele zu verkaufen.

Unentwegt plätschert Wasser. Bei Volkswagen rinnt es an den Scheiben herunter, hinter denen der deutsche Autobauer seine Modelle präsentiert. Bei General Electric fällt das kühle Nass wie ein Vorhang herab, und die Tropfen formen mal die olympischen Ringe, mal das Firmenzeichen. Bei Coca Cola plätschert es dagegen trocken: Erst ertönt ein lauter „Plopp“ aus den Lautsprechern, dann ist ein erfrischendes Gluckern zu hören.

Auf dem Olympiagelände um das „Vogelnest“, wie die Menschen das Pekinger Nationalstadion nennen, locken nicht nur die Wettkämpfe, sondern auch zahllose Unternehmen – mit Kühlung, Häppchen und Bier. Die Meile zwischen den Stadien wirkt bisweilen wie ein Messegelände, und nicht wie der Platz für die wichtigsten Sportspiele der Welt.

Schon die Gebäude fallen auf. Bei China Mobile springen gigantische Sportfiguren aus den Außenmauern. Drinnen werben die Firmenvertreter um Kunden: Lenovo bietet kostenlose Surfminuten, Adidas demonstriert 100 Jahre Sportgeschichte, bei Kodak gibt es ein Erinnerungsfoto aus China und Jonson & Jonson hat – angeblich sogar echte – Terrakottakrieger aufgestellt.

Olympia, das ist vor allem „big business“. Und nicht nur die offiziellen Sponsoren haben Millionen in ihren Auftritt in Peking gesteckt. Die Daimler AG unterstützt finanziell das „Deutsche Haus“, das im Pekinger Kempinski-Hotel eingerichtet ist, und lud dort die gesamte Gemeinde des Internationalen Olympischen Komitees zum abendlichen Empfang ein.

Bei diesen Veranstaltungen tauschen Besucher und Gäste vor allem Freundlichkeiten aus, ganz im Sinne künftiger Geschäfte. So gestand Daimler-Chef Dieter Zetsche ein, dass er schon als Kind davon geträumt habe, den Olympischen Spielen einmal einen Besuch abzustatten. Das indirekte Sponsoring-Angebot lehnte Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nicht ab: „Und ich habe schon als Kind davon geträumt, einen Mercedes zu fahren.“

Gekommen waren zu Daimler auch Adidas-Chef Herbert Hainer und VW-China-Chef Winfried Vahland, deren Unternehmen bereits zu den großen Sponsoren der Spiele gehören. Der VW-Konzern hat sich das Engagement rund 100 Mill. Euro kosten lassen, Adidas steuerte fast den doppelten Betrag dazu bei.

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