Unternehmen erhofft sich besseres Betriebsergebnis
Eon schließt Kernkraftwerk Stade

Angesichts erheblicher Überkapazitäten hat der Stromkonzern Eon die Stilllegung des umstrittenen Kernkraftwerks Stade sowie zahlreicher Teile herkömmlicher Kraftwerke beschlossen.

ap DÜSSELDORF. Angesichts erheblicher Überkapazitäten in Deutschland und Europa und sinkender Strompreise hat der zweitgrößte deutsche Stromkonzern Eon die Stilllegung des umstrittenen Kernkraftwerks Stade und zahlreicher Teile herkömmlicher Kraftwerke beschlossen. Insgesamt gibt der aus dem Zusammenschluss von VEBA und VIAG entstandene Konzern fast ein Sechstel seiner Stromerzeugungskapazität auf. Nach offizieller Mitteilung beschloss der Vorstand der Eon Energie AG am Montag in Düsseldorf, "rund 4 800 Megawatt ihrer 30 000 Megawatt installierten Kraftwerksleistung unverzüglich, das heißt überwiegend im Jahr 2001, vom Netz zu nehmen".



Schließungen zuvor angekündigt

Eon erwartet von den Maßnahmen per saldo eine Verbesserung des Betriebsergebnisses um rund 1,4 Mrd. DM über einen Zeitraum von zehn Jahren. Der Vorstandsvorsitzende Hans-Dieter Harig hatte die Schließungen bereits in der vergangenen Woche angekündigt und sie gegenüber der Zeitung "Financial Times Deutschland" mit den Überkapazitäten am deutschen Strommarkt begründet, die bei 10 000 Megawatt lägen, was der Leistung von etwa zehn Großkraftwerken entspricht. Die Überkapazitäten hätten zum Absinken der Strompreise nach der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 beigetragen.

Für die endgültige Stilllegung vorgesehen sind den Angaben zufolge außer dem Kernkraftwerk Stade die Blöcke 5 und 7 des Kraftwerks Arzberg an der tschechischen Grenze, die Blöcke 21 und 31 des Kraftwerks Aschaffenburg, die Blöcke 1 und 2 des Kraftwerks Franken II, 400 Megawatt der Kraftwerksgruppe West im Ruhrgebiet, Block C des Kraftwerks Offleben und Block D des Kraftwerks Schwandorf in der Oberpfalz. Der Betrieb des Blocks 1 des Kraftwerks Staudinger wird auf die Winterjahreszeit begrenzt.



Abschaltzeitpunkt ist noch offen

In den Konservierungszustand versetzt werden sollen Block 6 des Kraftwerks Arzberg, Block 4 des Kraftwerks Emden, Block 2 des Kraftwerks Pleinting und Block 2 des Kraftwerks Staudinger. Die bereits bestehende Langzeitkonservierung von Blöcken in Irsching und Pleinting bleibt bestehen. Der jeweilige Abschaltzeitpunkt soll unter Berücksichtigung der jeweiligen rechtlichen und vertraglichen Rahmenbedingungen bestimmt werden.

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