Unternehmen erreichen zumindest nach unten korrigierte Planzahlen
Enttäuschungen am Neuen Markt werden seltener

In Sachen Gewinnwarnungen ist der Neue Markt offenbar aus dem Gröbsten heraus. Die am Donnerstag ausklingende Bilanzsaison bereitete den Anlegern nur noch wenige böse Überraschungen.

ant/scc FRANKFURT/M. "Das Gros der Firmen hat zumindest die revidierten Zahlen erreicht", sagt Michael Schuhmacher, Aktienstratege beim Frankfurter Wertpapierdienstleister Equinet. Sofern sich das jeweilige Geschäftsmodell wie bei Pfeiffer Vacuum oder Aixtron auch in den zurückliegenden Krisenmonaten bewährt habe, zeigten sich zumindest institutionelle Anleger auf dem nun deutlich reduzierten Kursniveau wieder am Einstieg interessiert.

Nachdem im zurückliegenden Geschäftsjahr eine Gewinnwarnung die nächste gejagt hatte, ist bei vielen Unternehmen von der Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen die Rede und von den für 2002 erhofften positiven Effekten aus der Restrukturierung. Einigen Unternehmen, wie dem Fotodienstleister Pixelnet und dem KfZ-Prototypen-Bauer Alphaform gelang es sogar, die zuvor zurückgenommenen Prognosen doch noch zu übertreffen. Auch das Biotechnologieunternehmen Evotec OAI überraschte die Analysten positiv: Obwohl der Umsatz etwas hinter den Erwartungen blieb, führten Kosteneinsparungen zu einem deutlich geringerem Verlust als befürchtet. Petra Meyer, die den Sektor für Sal. Oppenheim beobachtet, empfiehlt die Aktie deshalb als "Outperformer".

Wenige herbe Enttäuschungen

Zu den wenigen herben Enttäuschungen der vergangenen Wochen zählen die Umsatzverschiebungen der im Nemax 50 vertretenen IM Internationalmedia AG sowie die unerwartet schlechten Ergebnisse des Hofheimer Logistikanbieters D.Logistics. Auch Ceyoniq schockierte mit dem späten Eingeständnis hoher Abschreibungen, das die Aktie innerhalb kürzester Zeit in die Liga der Penny Stocks verwies.

Die gestern veröffentlichten Zahlen des niederländischen Impfstoffspezialisten Rhein Biotech wurden den Erwartungen der Analysten ebenfalls nicht gerecht: Abschreibungen und ein überraschend schwaches Geschäft mit Grippe-Impfstoffen im vierten Quartal belasteten das Ergebnis. Von einem Vertrauensverlust mag hier niemand reden. "Das Ergebnis ist nicht schön, aber noch o.k.", lautet das Fazit der Analysten von SES Research. Sie bewerten den Titel deshalb weiterhin als "Outperformer". Sal. Oppenheim geht zwar davon aus, das der Kurs wegen der enttäuschenden Ergebnisse noch unter Druck geraten wird. Gleichzeitig betont man dort aber, dass das Unternehmen nun aus dem Gröbsten heraus ist.

Nach Angaben von HSBC Trinkaus & Burkhardt weisen rund 180 der 320 Unternehmen des Neuen Marktes für das Gesamtjahr 2001 einen Verlust aus. Auf der Empfehlungsliste des HSBC-Strategen Volker Borghoff finden sich vor allem zyklische Werte, die von einem Anziehen der Konjunktur rasch profitieren könnten. Zu ihnen zählt unter anderem das US-Softwareunternehmen Broadvision, dessen gute Kundenbasis bei einem Anziehen der IT-Investitionen gute Geschäfte verspreche. Als weniger spekulative Titel empfiehlt er den Automobilzulieferer W.E.T. und den Elektronikvermarkter Medion.

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