Unternehmen feiern erste Erfolge
Xbox und Co.: Spielekonsolen-Markt erholt sich

Die Hersteller neuer Spielekonsolen haben allen Grund zum Aufatmen: Die Kauflust der Spielfans hat offensichtlich nicht unter der angespannten Wirtschaftslage gelitten. Im Gegenteil: Schon wenige Tage nach Markteinführung in Nordamerika Ende vergangener Woche waren die ersten Lieferungen von Microsofts "Xbox" und Nintendos "GameCube" bereits zur Hälfte ausverkauft. Beide Unternehmen hoffen, sich damit im heiß umkämpften, Milliarden schweren Konsolenmarkt zu behaupten.

dpa HAMBURG/NEW YORK. Sieben Tage nach dem am New Yorker Times Square in Anwesenheit von Firmengründer Bill Gates gefeierten Verkaufsstart verkündete Microsoft die ersten Erfolge. Der weltgrößte Softwarehersteller habe mit dem Verkauf bereits einen Umsatz erzielt, der sogar den Ticketverkauf für die dreitägige Eröffnungsfeier des populären Spielfilms "Harry Potter und der Stein der Weisen" (93,5 Mill. $) übertreffen konnte, hieß es.

Nintendo gab bekannt, dass der Verkauf des "GameCube" allein am ersten Verkaufstag inklusive Zubehör und Software einen Wert von 98 Mill. $ eingebracht habe. Anders als die Hauptkonkurrenten Sony und Microsoft, die mit ihren Konsolen ältere Spieler und junge Erwachsene ansprechen, will Nintendo neben dem populären Taschengerät "Game Boy Advance" mit der "GameCube"-Konsole die große Zielgruppe der jungen Fans gewinnen.

Der japanische Spielehersteller hat dank zweistelliger Zuwächse bei Gewinn und Umsatz im letzten halben Jahr den Rücken frei und kurbelt die Geschäfte nun mit Preisnachlässen für seine mobile Konsole "Game Boy Advance" an.

"In diesem Jahr wird die Nachfrage die Zahl der verfügbaren Geräte deutlich übertreffen, Xbox und Gamecube werden bis Jahresende vermutlich ausverkauft sein", schätzt Dan Wasiolek von dem Investmentberater Driehaus Capital Management. Allerdings sei das anfängliche Interesse nach der "PlayStation 2" des Marktführers Sony im vergangenen Jahr größer gewesen. Der japanische Elektronikkonzern habe seine Konsole in einem wirtschaftlich stabileren Klima auf den Markt gebracht.

Die amerikanische Marktforschungsfirma Dataquest erwartet, dass der weltweite Verkauf von Video-Spielekonsolen im kommenden Jahr 49 Millionen Stück erreichen wird nach 29 Millionen Einheiten in 2001. Doch so lukrativ der Konsolenmarkt auch sein mag, der Verkauf der Hardware ist für die Unternehmen in der Regel ein Verlustgeschäft. Nach Einschätzung von Analysten wird Microsoft zunächst einen Verlust von rund 50 bis 100 $ pro verkaufte "Xbox" (299 $) einfahren. Profitieren können die Hersteller allein von der verkauften Spielesoftware.

Während die PC-Industrie weiter starke Umsatzeinbußen beklagt, erwarten Branchenexperten für den Verkauf von Video- und PC-Spielen ein Wachstum von rund 20 % in den nächsten Jahren. Doch ob der Versuch des Branchenneulings Microsoft gelingt, erstmals im Konsolenmarkt gegen die "Platzhirsche" Sony und Nintendo an Boden zu gewinnen, beurteilen Analysten zum Teil skeptisch. Die Erwartungen, die Microsoft in die "Xbox" setzt, seien viel zu hoch gegriffen, sagt ein Analyst des Investmenthauses Salomon Smith Barney.

In die Gewinnzone werde Microsoft vermutlich erst nach 2004 kommen, schätzt Mary Meeker vom internationalen Finanzdienstleister Morgan Stanley. Bei einem Misserfolg drohe dem Konzern ein Verlust von 1 Mrd. $. "Ich erwarte von der "Xbox' nicht, dass sie auch nur annähernd an den Erfolg der 'Playstation 2' reichen wird", sagt Bruno Bonnell, Chef des größten europäischen Spielesoftware-Herstellers Infogrames. "Die Schlacht geht um dem zweiten Platz", sagt James Lin, Analyst bei der Investment-Bank Jefferies & Co.

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