Unternehmen geht jetzt auf Einkaufstour
GFT wirkt nur auf den ersten Blick beschaulich

jgo DÜSSELDORF. Aus St. Georgen im Schwarzwald kommt die GFT AG. GFT steht für Gesellschaft für Technologietransfer und erinnert noch an die Ursprünge des Unternehmens, das ursprünglich nur Software entwickelte. Mit der Übernahme der Firma Pixelfactory aus Offenbach sicherte sich GFT-Gründer Ulrich Dietz erst 1998 auch Kompetenz in der Erstellung von Internetauftritten. Die Firma kann auf etwas zurückblicken, das viele Konkurrenten nicht vorweisen können: Gewinne auch im ersten Quartal. Vor Zinsen und Steuern blieben bei einem Umsatz von 22,6 Mill. Euro immerhin rund 950&nbp;000 Euro übrig.

In den kommenden Monaten will das Unternehmen auf Einkfaufstour gehen. Im vergangenen Jahr wurden zwar mit 25 Firmen Gespräche geführt, aber ein Abschluss kam nicht zu Stande. "Man darf sich eben nicht nur vom Kapitalmarkt drängen lassen", sagt Unternehmenssprecherin Sandra Strüwing. Im Gegensatz zu anderen Firmen haben GFT darauf bestanden, dass potenzielle Partner profitabel und kompatibel sein müssten. Diese Vorsicht zahle sich nun aus. Derzeit befinde man sich in Gesprächen, ein Abschluss mit einem Unternehmen, das vorzugsweise in Südeuropa beheimatet sein solle, stehe aber noch nicht unmittelbar bevor. "Wir haben keine Eile", sagt Strüwing.

Eine eher bedächtige Vorgehensweise wird dem Unternehmen häufig nachgesagt. Das mag daran liegen, dass GFT seit jeher vor allem für etalbierte Unternehmen gearbeitet hat. Mit 16 % hat sich die Deutsche Post am Unternehmen beteiligt. Aufstocken will die ihren Anteil aber nicht.

Den Web-Auftritt gibt es gratis dazu

In der Konzeption von Web-Auftritten sieht GFT wenig Zukunftspotenzial. "Der Preisdruck ist groß. Unsere Kunden gehen inzwischen so weit, dass sie den Auftritt bei größeren Aufträgen kostenlos dazu fordern", sagt Strüwing. Interessanter sei für das Unternehmen daher die Erstellung komplexer Projekte. Als Beispiel nennt sie das Pilotprojekt "Digitale Briefmarke" für die Deutsche Post AG. "Briefmarken funktionieren ähnlich wie Micropayment, da kommt es auf ausgefeilte Technik an". Die Zusammenarbeit mit Branchengrößen sei GFT am liebsten.

Allerdings stammten die jüngsten gemeldeten Aufträge sämtlich aus der New Economy. Typisch sei das nicht, sagt Strüwing. "Die großen Firmen hatten sich eine Auszeit genommen, diese Phase ist aber jetzt abgeschlossen. Es wird wieder investiert, aber bewusster." Seitdem den IT-Projekten mehr Gewicht eingeräumt werde, habe sich der Entscheidungszeitraum deutlich verlängert, sagt Strüwing. "Die Entscheidungsfindung zieht sich in der Regel über ein halbes Jahr hin."

Die klassischen Multimedia-Agenturen hält GFT kaum noch für ernsthafte Wettbewerber. Zunehmend ins Gehege kommt sich das Unternehmen dagegen mit Beratungshäusern und Systemintegratoren. "Wir treffend die Unternehmensberatung Accenture mittlerweile weitaus häufiger bei Pitches (Wettbewerben) als Agenturen mit Ausrichtung auf das Design."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%