Unternehmen
Globalisierung in einem wattierten Briefumschlag

Wie Klaus Zumwinkel aus einer Behörde einen Weltkonzern macht. Eine Reise ins Innere der Post, wo sich auf der Spur des Erfolgs auch ein paar Leichen im Keller finden.

Der Abgeordnete Bötsch hat ein Faible für Erinnerungen. Rechts von ihm hängt eine gerahmte, postergroße Sonderbriefmarke zum 80. Geburtstag von Franz Josef Strauß, Erstausgabe 1995. Sein letztes Dienstnummernschild, BD 16-1, hat er ausgestellt, vom Schreibtisch seines Berliner Büros grüßt der Deutsche Fußballmeister FC Bayern München als Sonderbriefmarke. Und rechts in der Ecke winkt ein quietschgelber Rolf, jene sonnenbebrillte Plüschhand, mit der die Post für die neuen fünfstelligen Postleitzahlen warb. Zehn Jahre ist das nun her.

Wolfgang Bötsch, 64, war von 1993 bis 1997 Postminister. Da war die einstige Behörde schon Aktiengesellschaft, und der Vorstandsvorsitzende hieß wie heute Klaus Zumwinkel. Die Macht aber hatte CSU-Mann Bötsch.

Damals hatten beide ihre Büros im Bonner Postministerium, in einem unspektakulären 50er-Jahre- Bau im Regierungsviertel. Heute schaut Klaus Zumwinkel, 59, vom 39. Stockwerk aus auf seinen alten Sitz hinab. Er residiert im Posttower, einem elliptischen, 162 Meter hohen Glasgiganten. Von dort oben regiert er ein Reich, das sich über mehr als 200 Länder erstreckt: die Deutsche Post World Net, den größten Logistikkonzern der Welt. "Der Zumwinkel hat mir damals nicht gesagt, dass er Hunderte von Unternehmen kaufen will", sagt Bötsch. "Ich hätte das auch nie für möglich gehalten."

Klaus Zumwinkel aber hat es gemacht. Er hat für etwa neun Milliarden Euro eingekauft, in Europa, in den USA, in Asien, teilweise im Wochentakt. Er hat die Post an die Börse gebracht, er hat bei der alten Behördenpost mehr als hunderttausend Arbeitsplätze gestrichen, er hat Briefkästen abhängen lassen, Tausende Filialen geschlossen oder an andere Firmen vergeben. Und gestern erst hat er in 1 200 Filialen die Schalter der Tochter Postbank dichtgemacht. Zu wenig Kunden, rumms, rasselt der Rollladen runter. Die Post macht es anders als andere Unternehmen. Der gelbe Anstrich ist der Gleiche geblieben, nur dahinter ist alles neu.

Die Schwester Telekom hat sich verändert. Die Post ist ein ganz anderes Unternehmen geworden: Es ist die Geschichte der Globalisierung, aber dank des nationalen Briefmonopols geschützt wie von einem wattierten Briefumschlag. Das zeigt eine Reise ins Innere, auf der Spur von Irrwegen und mit einem Abstecher in den Keller, wo die Leichen liegen.

Erste Station: Bonn, Posttower, 39. Stock. Peter Kruse, 52, silberne Frachtflieger als Manschettenknöpfe, sitzt auf gleicher Höhe mit seinem Chef. Er ist seit zwei Jahren bei der Post, und seine Aufgabe hat es in sich: Gemeinsam mit dem Vorstandskollegen Uwe Dörken soll er ein Sammelsurium aus Dutzenden Einzelgesellschaften zur "weltweiten Nummer eins im Express- und Logistikgeschäft machen". Der Name von Zumwinkels größtem Einkauf hat dabei die jahrhundertealte Posttradition verdrängt. Auf dem gelben Modell eines Trucks, das Kruse auf seinem Büroteppich geparkt hat, klebt das neue Logo: drei fette rote Buchstaben, "DHL".

DHL, sagt Kruse, sei eine "schnell aufgebaute Gesellschaft, sehr dynamisch darin, neue Geschäftsideen umzusetzen". Die Post dagegen sei ein Unternehmen, "das vor zwölf Jahren noch eine Behörde war, das Veränderungen sehr gründlich plant und vorbereitet und sie dann diszipliniert umsetzt". Er könnte auch sagen, dass die Gelben ein bisschen langsamer sind als die Roten.

Kruse muss die Melange aus Post, DHL und der Großspedition Danzas zu einer Einheit formen. Er muss es schaffen, die Niederlassungen der Partner zusammenzulegen, ohne für allzu viel Ärger zu sorgen. Aber er muss sparen. "Es wird nicht automatisch zum Stellenabbau kommen", wehrt er ab und findet eine elegantere Formulierung: "Wir werden vor allem in der Verwaltung effizienter arbeiten können."

Der Job treibt ihn quer durch Europa, auch vergangene Woche: Montag DHL-Zentrale in Brüssel, Dienstag Vorstandssitzung in Bonn, Mittwoch Gespräche beim übernommenen Logistiker Securicor in England, Donnerstag und Freitag Führungskräftetreffen in Mainz, Freitag und Samstag Meeting mit Lufthansa Cargo in Irland. Mit dem Tempo eines DHL-Päckchens bewegt sich Kruse von Land zu Land.

"Sie können diesen Prozess nicht aus dem Postturm heraus führen", sagt Kruse. In zwei Jahren will er durch sein mit der Integration. Fünf Prozent Umsatzrendite fordert sein Chef dann vom Express-Bereich, doppelt so viel wie für 2003 geplant.

Noch ist die Post vom Briefgeschäft abhängig. 2007 aber wird das Monopol fallen. "Erst dann wird sich zeigen, ob Zumwinkels Zukaufstrategie wirklich aufgeht", sagt der auf Post und Logistik spezialisierte Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. "Der deutsche Markt ist weiter das Kerngeschäft des Konzerns - und ausgerechnet der wird vernachlässigt. Was haben deutsche Kunden davon, wenn die Post Pakete von China nach Australien transportieren kann?" Weitere Sparwellen in den Filialen, mangelhafte Ausbildung neuer Mitarbeiter: Die Post müsse aufpassen, dass die Kunden sie nicht irgendwann für den reduzierten Service abstraften.

Zweite Station, ein DHL-Kurierfahrer irgendwo in Norddeutschland: "Egal, ob im Management oder bei denjenigen, die die Pakete ausfahren", sagt Post-Vorstand Kruse, "es hat sich bei uns mittlerweile ein Familien- und Gemeinschaftsgefühl entwickelt." Mit Ralf Weber*, 41, hat er offenbar noch nicht gesprochen. "Wenn der Zumwinkel uns Fahrern nachts begegnen würde", ahnt Weber, "dann würde der ganz kräftig übern Bordstein stolpern."

Weber, 1,75 Meter groß, Brille, Oberlippenbart, fährt seit sechs Jahren für DHL Pakete aus, acht Stunden täglich, 350 Kilometer im Schnitt. Früher hat er das gerne gemacht, "da waren wir alle mit Lust und Liebe dabei". Heute sei die Stimmung auf dem Nullpunkt: "Es macht keinen Spaß mehr." Die DHL-Leute fühlen sich nicht als gleichberechtigt, sondern als Befehlsempfänger. Verkehrte Welt: Die Mitarbeiter einer ehemals amerikanischen Firma werden von der Schneckenpost überrollt.

Ralf Weber hat Angst um seinen Arbeitsplatz. Er will seinen wirklichen Namen deshalb nicht in der Zeitung lesen. Ständig machen Gerüchte die Runde. Gerade erst hat er von Post-Express-Kurieren aus der Nachbarstadt gehört, die angeblich künftig als selbstständige Subunternehmer fahren sollen. Die DHL-Kuriere fürchten, dass sie als Nächste dran sind. Dabei, sagt Weber, sei er doch "Kurier" und nicht nur "Paketausfahrer". Er kenne die internationalen Zollbestimmungen, spreche gut Englisch, könne die Kunden beraten - "genau das Richtige eigentlich für einen internationalen Dienstleister wie die Post".

Eine Kurierquote legt zwar für DHL bis Juni 2004 fest, wie viele Touren von eigenen Kurieren gefahren werden müssen. Aber kaum jemand hier vertraut darauf, dass sich die Post-Chefs an diesen Vertrag halten. Der Halbsatz "Wenn es uns dann noch gibt . . ." ist hier zur Standardfloskel geworden.

Schließlich mag das Management das Modell Ich-AG: "Niedrigere Stückkosten, höhere Flexibilität, und das bei annehmbarer Qualität", lobt Vorstand Kruse. Entschieden aber sei noch nichts.

"Wir wollen endlich wissen, ob wir unsere Arbeit behalten", sagt Weber. Er hat drei Kinder zu Hause, seine Frau ist wieder schwanger, für ein weiteres Kind zahlt er Unterhalt. Seine 2 050 Euro brutto reichen ohnehin kaum, und "finden Sie im Moment mal woanders Arbeit".

Dritte Station, Hauptversammlung der Deutschen Post World Net, Kölnarena: Aktionär Wilhelm Schmitz, 60, kommt aus Köln-Kalk. Bis zur Kölnarena sind es gerade drei Stationen mit der Straßenbahn. "Ich hatte heute nichts Besseres vor", sagt er morgens gegen neun im noch spärlich besetzten Foyer. "Also höre ich mir den Herrn Zumwinkel mal an." Schmitz trägt eine Art Jeanshemd, das sich über einen fülligen Bauch spannt. Die oberen Knöpfe hat er "bei dieser Hitze" aufgelassen, die Ärmel bis zu den Ellenbogen hoch gekrempelt. Auch seine Lebensgefährtin hat sich für ein luftiges Outfit entschieden, ein schwarzes Top, auf dem mit Strasssteinen ein Katzenkopf nachempfunden ist. "Willi hat immer so von der Post geschwärmt", sagt sie. Jetzt will ich mal sehen, was er gemeint hat."

Ihr Willi hat seit Anfang der 60er-Jahre für die Post gearbeitet, erst als Briefträger in Kölner Vororten, später am Schalter. "Der Zumwinkel macht das ganz gut", sagt er. "Ich war immer froh, ein Postler zu sein. Auch in den letzten Jahren." Da war längst klar, dass Zumwinkel viele alte Postler in den vorzeitigen Ruhestand schicken würde. Die Pensionen werden zum Großteil vom Bund bezahlt, Postsanierung auf Kosten der Allgemeinheit.

"Da musst du schon schlucken", erzählt Schmitz, "wenn dir nach und nach klar gemacht wird, dass deine Zeit bei der Post abläuft." Im Advent 2001 unterschrieb er seine Vorruhestandsvereinbarung. "Ich weiß es noch genau. Ich habe zu meiner Frau gesagt: Besser, ich mache das jetzt, ehe die mich killen." Die Tage danach, so bis Weihnachten, sei er ziemlich bedrückt gewesen, "die Post war ja mein Leben". Doch inzwischen habe er bemerkt, bei der Post sei vieles frischer und moderner geworden. "Ob das mit uns alten Säcken zu machen gewesen wäre?" fragt er, ohne eine Antwort zu erwarten. Zum Abschied zeigt er auf eine Broschüre in seiner Hand: "Vielleicht gibt mir Herr Zumwinkel ja auf den Geschäftsbericht ein Autogramm."

"Herr Doktor Zumwinkel, Lachen nicht vergessen!" Es ist 9.45 Uhr, der Vorstandschef der Post wird gleich zu seinen Aktionären sprechen. Aber jetzt soll er für die Fotografen noch den Daumen Richtung Himmel heben und ein gelb-rotes Flugzeug mit der Aufschrift DHL in die Hand nehmen. Lust hat er offenbar keine, erst die Mahnung eines seiner Pressesprecher ringt ihm ein gequältes Lächeln ab.

Klaus Zumwinkel, 59, ist kein Showmann. Sein Haar ist grau, seine Gesichtshaut nicht gerade gebräunt, seine Brille unauffällig. "Wir sind wirklich überall", prahlt er zwar vor den Posteignern in der Kölnarena. "Wir waren sogar die Ersten in Afghanistan nach dem Krieg und in Bagdad nach Aufhebung der Sanktionen." Einen Angeber aber machen diese Sätze noch nicht aus ihm.

Wo Ron Sommer bei der Deutschen Telekom den Ruhm suchte, zum Star aufstieg und als Verräter an den Volksaktionären endete, agiert Zumwinkel im Schutz des Posttowers. Wenn er knallhart seine Interessen durchsetzt, wenn er etwa erste kleine Wettbewerber im Briefgeschäft mit Klagen überzieht, um sie sich vom Leib zu halten, dann findet das kaum öffentliche Beachtung.

Im Vergleich mit der europäischen Konkurrenz, etwa mit der britischen Royal Mail oder der französischen La Poste, hat der Postchef sein Unternehmen weit nach vorne gebracht. Das bescheinigen ihm selbst Kritiker. Aber ohne Monopolgewinn würde es schwierig. Die großen Rivalen im Frachtbereich, die US-Konzerne UPS und Fedex, erwirtschaften höhere Renditen.

Zumwinkel führt den Konzern, seit er 1989 als Deutsche Bundespost Postdienst gegründet wurde, und er hat sich auf der Vorstandsetage nach und nach mit einem Kreis geistiger Verwandter umgeben. Vier der acht Postvorstände haben wie er selbst für die Unternehmensberatung McKinsey gearbeitet, einer unter Zumwinkel für Quelle, einer für beide Firmen. "Einem Konzern, der sich Deutsche Post World Net nennt, täte ein bisschen mehr Internationalität im Vorstand nur gut", stichelt Unternehmensberater Manner-Romberg.

Es läuft nicht alles rund in Zumwinkels Reich, inzwischen hat er einige Leichen im Keller. So wurde das mit viel Hoffnung gestartete Onlinegeschäft 2002 ebenso eingestellt wie das Shopping-Portal Evita. In einem kleinen Auslandsmarkt wie Dänemark stehen bei etwa 70 Millionen Euro Umsatz 22 Millionen Euro Verlust zu Buche. Das Frachtgeschäft hat in vier Jahren bereits den dritten Namen, erst hieß es International Parcel Post (IPP), dann Euro Express und heute nur noch DHL, die Werbung für die neuen Marken kostete gut 200 Millionen Euro.

Nicht immer hält die Wirklichkeit mit den Wachstumsplänen Schritt. Im Herbst 1998 wollte die Post das "Euro-Pack" einführen, einen Service, der Fracht innerhalb von 24 Stunden quer durch Europa transportieren sollte - von Warschau nach Lissabon oder von Newcastle nach Turin. Aber ein Jahr lang tat sich so gut wie nichts. Etwa 120 Beschäftigte, viele von ihnen bei der Konkurrenz abgeworben, warteten in Bonn vergeblich auf den Startschuss. Einige der neuen Auslandstöchter waren mit den Preisen nicht einverstanden, der Start verzögerte sich immer weiter. "Wir haben sinnlos im Internet gesurft, die Mittagspause ausgedehnt und in den nahen Bonner Museen verbracht", erzählt einer der Mitarbeiter.

Vierte Station: Rulle, ein kleines Örtchen bei Osnabrück. Marion Müssen, 42, steht nicht auf Klaus Zumwinkels Lohnliste. Ein Teil der neuen Post ist sie trotzdem, seit fünf Jahren. Da suchte die Post auf ihrem Weg zum Weltkonzern jemanden, der ihre Filiale in Rulle übernimmt, einem Dorf mit sauberen Bürgersteigen und gepflegten Einfamilienhäusern. Die Sekretärin Marion Müssen erhielt den Zuschlag. Jetzt steht sie in Jeans und geblümter Bluse hinter der Ladentheke, eine kleine Frau mit einem ansteckenden Lachen, die gegen Provision Postprodukte verkauft.

"Nützliches & Schönes, Besonderes & Anderes" steht draußen auf einem kleinen Schild an der weiß gestrichenen Hauswand. Das bedeutet Gummibärchen, Kinderbücher, 40 verschiedene Teesorten, ein 50 Zentimeter hoher Leuchtturm aus Holz, rot und weiß geringelt - und dazu zehn Quadratmeter Post: Paketannahme, Briefmarken, Postsparbuch, so ziemlich die ganze gelbe Palette. Nur Geldanlageprodukte wie Versicherungen und Fonds hat Marion Müssen nicht im Angebot.

Der kleine Laden in Rulle ist eine von etwa 8 000 deutschen Postagenturen. Der Konzern hat nur noch 5000 eigene Filialen. Die sind Pflicht. So steht es in der PUDLV, der Post-Universaldienstleistungsverordnung, einer Ausgeburt der Bürokratie. Sie definiert die Pflichten der Post. Zum Beispiel, dass sie in Gemeinden mit mehr als 4 000 Einwohnern gewährleisten muss, "dass in zusammenhängend bebauten Gebieten eine stationäre Einrichtung in maximal 2 000 Metern für die Kunden erreichbar ist".

Die Post aber möchte sparen, und so erhielt Marion Müssen Anfang des Jahres Besuch. Ein Postler, eigens geschult für die heikle Aufgabe, brachte ihr einen neuen Vertrag. "Rechnen Sie durch, wie sich die Neuerungen für Sie auswirken", sagte er und dann, freundlich aber bestimmt: "Wenn Sie nicht unterschreiben, werden wir einen anderen Partner finden."

Kleinunternehmerin Müssen errechnete für sich, dass sie durch den neuen Vertrag 20 bis 30 Prozent weniger kassiert. Sie spricht von "Frust und Ärger", den sie empfunden habe. Vor allem, da sie seit der Übernahme den Umsatz verdoppelt und die Öffnungszeiten verdreifacht habe. "Das muss doch auch der Post wichtig sein", sagt sie und nippt an ihrer Tasse Ostfriesensonntagstee, natürlich auch im Laden erhältlich.

Aber dann unterschrieb sie doch. Weil sie sonst eine ihrer drei Mitarbeiterinnen hätte entlassen müssen, weil "der Zumwinkel sein Konzept ja doch durchzieht" und weil "uns das allen hier echt Spaß macht". Fast das ganze Dorf komme in den Laden: "Wer nicht mit der Post kommt, den kriege ich mit dem Lotto."

Fünfte Station: Berlin, Abgeordnetenbüro von Wolfgang Bötsch. "Immer hart an der Sache und unglaublich präzise" sei Klaus Zumwinkel, sagt der ehemalige Chef des Vorstandsvorsitzenden. "Der ist kein Schwafler." Ohne Bötsch konnte Zumwinkel nicht viel machen. Auch nicht, als er 1997 das Briefporto auf 1,10 Mark erhöhen wollte. Die Öffentlichkeit lief Sturm. Als nichts mehr ging, fuhr Zumwinkel kurz entschlossen nach Bad Wörishofen zum kurenden Bötsch. Drei Stunden und eine Forelle blau später hatte er die Zusage. "Zumwinkel ist ein ungeheuer geschickter Mann, vor allem, was die Lobbyarbeit angeht", sagt FDP-Postexperte Rainer Funke.

"Das ist doch einmalig auf der Welt, dass eine Behörde so schnell privatisiert wurde", räsoniert Bötsch heute zufrieden, den massigen Oberkörper weit in das Lederpolster zurückgelehnt. Er habe sich als Minister vor allem um die Kunden gesorgt, blickt er zurück, "darum, dass die Manager nicht so viele Charts schreiben, dass die Bürger dabei geschädigt werden".

Ganz so erfolgreich war Bötsch dabei wohl doch nicht immer, wie er in seiner Heimatstadt Würzburg selbst festgestellt hat: "Gehen Sie doch mal auf ein Postamt. Da stehen Sie eine halbe Stunde an."

*Name von der Redaktion geändert

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