Unternehmen haben Sicherheit vernachlässigt
Die Gefahr von innen

Japan hat sich innerhalb weniger Jahre vom Spätstarter zum Internetland gemausert. Doch jetzt erleben die Japaner die Kehrseite der schnellen Entwicklung: Die Unternehmen haben die Sicherheit vernachlässigt.

Gestern gab DSL-Anbieter Acca Networks bekannt, dass möglicherweise persönliche Daten von 1,4 Millionen Kunden herausgegeben wurden. Kein Hacker ist in das Netz eingedrungen. Vielmehr hat wohl ein Mitarbeiter die Daten verkauft.

Ähnlich erging es Japans führendem Breitbandanbieter Yahoo BB. Daten von 4,5 Millionen Kunden drangen nach außen - darunter auch die Yahoo Yahoo-IDs. BB und Mutterkonzern Softbank sollten ein Erpressungsgeld zahlen, damit die Daten nicht veröffentlicht werden. Auch hier hatte wohl ein Insider die Daten herausgegeben.

Statt vor externen Hack-Angriffen müssen die Anbieter unsichere Stellen innerhalb ihres Unternehmens fürchten. In Zeiten, als Kundenwachstum über alles ging, haben zumindest Japans Internetanbieter die Vorsicht vernachlässigt. Seit aber das System lebenslanger Anstellung obsolet ist, ist auch die Loyalität der Mitarbeiter gesunken - illegale Zusatzverdienste scheinen jetzt attraktiver. Zumal viele IT-Arbeiten von befristeten Angestellten, Zeitarbeitern oder von Zuliefern gemacht werden. Japans Telekom-Ministerium will nun das Management von Kundendaten stärker reglementieren. Unter anderem sollen weniger Mitarbeiter Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten. Auch den Firmen selbst sollte an mehr Sicherheit gelegen sein. Das Beispiel Yahoo BB zeigt, dass Image, Börsenkurs und Wachstumsaussichten unter solchen Pannen leiden.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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