Unternehmen halbiert Gewinnprognose
MAN fährt tief in die roten Zahlen

Der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat in den ersten neun Monaten stärker unter der Wirtschaftsschwäche gelitten als erwartet und ist im dritten Quartal überraschend in die Verlustzone gerutscht.

ddp/vwd MÜNCHEN. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen erneut seine Aussichten für das Gesamtjahr. Wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte, seien neben der Konjunkturschwäche vor allem eine deutliche Ergebnisverschlechterung im Nutzfahrzeugbereich für die Entwicklung verantwortlich.

Auf Grund der schlechten Entwicklung reduzierte der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr erneut deutlich, nachdem die Schätzungen erst zum Halbjahr korrigiert worden waren. Demnach werde nun mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in einer Größenordnung von 400 Mill. Euro (782 Mill. DM) gerechnet. Das Vorsteuerergebnis werde unter anderem auf Grund eines operativen Verlustes der britischen Lkw-Tochter ERF lediglich 200 Mill. Euro betragen, nachdem im letzten vollen Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Juni) noch 668 Mill. Euro erzielt wurden. Auftragseingang und Umsatz sollen jeweils zwischen 15,5 Mrd. und 16 Mrd. Euro liegen. Zuvor waren hier jeweils 16,5 Mrd. Euro erwartet worden.

Im zurückliegenden dritten Quartal wies das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Verlust von 30 Mill. Euro nach einem Plus von 110 Mill. im Vorjahreszeitraum auf. Dem Nettogewinn von 48 Mill. Euro steht in diesem Jahr von Juli bis September ein Nettoverlust von 59 Mill. Euro gegenüber. Damit lagen die Zahlen deutlich unter den ohnehin schlechten Prognosen von Experten. Mit einem Verlust hatten allerdings die wenigsten Analysten gerechnet. Die Umsätze erhöhten sich hingegen von 3,2 Mrd. auf rund 4 Mrd. Euro.

Optimistisch ins kommende Jahr

In den ersten neun Monaten brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) insgesamt von 614 Mill. im Vorjahreszeitraum auf 215 Mill. Euro ein. Das Nettoergebnis reduzierte sich von Januar bis September von 328 Mill. auf 46 Mill. Euro. Der Umsatz ging hingegen nur leicht um einen Prozentpunkt auf 11,35 Mrd. Euro zurück. Auch der Auftragseingang reduzierte sich um 8 % auf 11,7 Mrd. Euro.

Optimistisch äußerte sich der Konzern allerdings für das kommende Jahr. Das Unternehmen wolle überproportional von der für die zweite Jahreshälfte erwartete wirtschaftlichen Wiederbelebung profitieren. Die Voraussetzungen dafür sollen Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen schaffen. Ende 2002 werde der Konzern nach eigenen Angaben rund 6 000 Mitarbeiter weniger beschäftigten. Derzeit arbeiten noch rund 79 000 Beschäftigte bei der MAN-Gruppe, davon 52 100 in Deutschland.

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