Unternehmen halten sich mit genauen Zahlen noch zurück
Deutsche Firmen rechnen mit Millionen-Einbußen

Nach den Anschlägen in den USA rechnen auch deutsche Unternehmen mit Belastungen für ihre Geschäfte. Insbesondere Versicherer, Logistikunternehmen und Luftfahrtgesellschaften sind davon betroffen.

Reuters FRANKFURT. Die Münchener Rück als weltgrößter Rückversicherer muss früheren Angaben zufolge für die Folgen der Anschläge mit bis zu einer Milliarde Euro einstehen. Die Verpflichtungen aus Rückversicherungsgeschäften würden den Jahresabschluss "erheblich beeinträchtigen", hatte der Konzern am vergangenen Mittwoch mitgeteilt.

Der Versicherungskonzern Allianz erwartet nach ersten Schätzungen eine Belastung von bis zu 700 Millionen Euro. Die Allianz geht damit für 2001 von einem Jahresüberschuss von knapp über zwei Milliarden Euro nach 2,4 Milliarden im Vorjahr aus, wie der Konzern am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Hannover Rück erwartet schon 2002 überdurchschnittliche Geschäftsentwicklung

Hannover Rück rechnet damit, dass die Schadenszahlungen für die Anschläge das Ergebnis vor Steuern in diesem Jahr mit rund 400 Millionen Euro belasten werden, so dass es nur noch in etwa ausgeglichen sein werde. Jedoch erwartet der Rückversicherer nach eigenen Angaben vom Donnerstag, dass es 2002 wegen erhöhter Raten als Folge der Anschläge eine überdurchschnittliche Geschäftsentwicklung geben werde.

Die Anschläge in den USA werden nach Einschätzung der Deutschen Post die Geschäftszahlen ihrer Logistik-Tochtergesellschaften DHL und Danzas belasten. "Das Gesamtergebnis des Konzerns für das Jahr 2001 wird aus heutiger Sicht jedoch im Rahmen der im Kapitalmarkt kommunizierten Werte gehalten", hatte die Post am Mittwoch mitgeteilt.

Analysten rechnen damit, dass auch die Geschäfte der Lufthansa des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG erheblich beeinträchtigt werden. Für die Lufthansa rechnen Analysten mittlerweile mit einem operativen Ergebnis unter 500 Millionen Euro, nachdem die Fluglinie vor einigen Wochen noch ein Plus von 700 Millionen bis 750 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte. Mit Blick auf Fraport sagten Analysten, der zumindest vorrübergehend zu erwartende Rückgang der Nachfrage nach Flugreisen könnte zu Lasten einer der wichtigsten Einnahmequellen des Flughafenbetreibers, den Gebühren für die Fluglinien, gehen. Fraport hat sich zu den wirtschaftlichen Konsequenzen der Anschläge bislang nicht geäußert. Auch die Deutsche Lufthansa kann nach eigenen Angaben derzeit noch keine Angaben zu möglichen Auswirkungen auf das eigene Geschäft machen.

RTL rechnet mit Einnahmeverlusten in Millionenhöhe

Der deutsche Privatsender RTL rechnet wegen der werbefreien Berichterstattung über die Anschläge in den USA mit Einnahmeverlusten in Millionenhöhe. "Das, was wir in den vergangenen Tagen an Werbung verloren haben, ist wohl nicht ganz wieder aufzuholen", sagte eine RTL-Sprecherin am Freitag.

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische rechnet nach eigenen Angaben vom Montag für das laufende Jahr mit einem "erheblich verminderten" Konzernüberschuss. Als Grund nannte das Unternehmen neben den Anschlägen jedoch auch unter anderem die anhaltend negative Entwicklung an den Aktienmärkten.

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