Unternehmen hat solide Bilanz
Deutsche Post: Unterschätzter Dynamiker

Was haben eine Landbriefträgerin im Bayerischen Wald, ein Trucker in Norddakota und ein Jumbo-Pilot über der Arabischen Halbinsel gemeinsam?

DÜSSELDORF. Sie arbeiten mit mehr als 320 000 Kollegen in über 220 Ländern für die Deutsche Post, die sich seit ihrem Börsengang Deutsche Post World Net nennt. Im Vorjahr erzielten sie einen Umsatz von 33,4 Mrd. Euro. Die 2,55 Mrd. Euro Gewinn des Konzerns stammen noch zu 76, 8 Prozent aus dem Briefgeschäft. Die weiteren Ertragsanteile: Finanzdienste 20,4 Prozent, Express (Paketversand) 6,9 und Logistik 6,2 Prozent. Der Gewinn je Aktie kletterte 2001 von 1,36 auf 1,42 Euro, die Dividende steigt auf 37 Cent. Die Finanzschulden des Unternehmens betragen 2,3 Milliarden Euro. Gemessen am Umsatz ist der mit 16,6 Mrd. Euro an der Börse bewertete gelbe Riese bereits das größte Logistikunternehmen der Welt.

Doch inzwischen notiert der Kurs bei knapp 15 Euro nur gut zwei Euro über dem Septembertief 2001 und sogar sechs Euro unter Emissionspreis. Die jüngsten Schläge versetzen dem Kurs Bußgelddrohungen in Millionenhöhe: Die Bonner sollen wieder einmal ihren Paketdienst aus dem noch bestehenden Briefmonopol quersubventioniert haben. Zudem habe das Unternehmen Umsatzsteuern nicht abgeführt. Daneben belastet die anstehende Herabsetzung der so genannten Monopolgrenze für Briefe den Kurs: Sie soll 2003 von 350 Gramm auf 100 Gramm und 2006 auf 50 Gramm sinken. Damit muss sich die Post rund 400 Mill. Euro Umsatz von 2003 an mit der Konkurrenz teilen. Auch der Ergebnisrückgang (Ebita) im ersten Quartal um gut 6,5 Prozent animiert zunächst nicht.

Doch diese Schläge sind mit dem Kursrückgang bereits mehr als ausreichend berücksichtigt. Denn der gelbe Riese bietet eine Spitzenposition auf wichtigen Märkten und realistische Ausbaupläne, vor allem in den USA. Dazu kommt ein Aktienrückkaufprogramm. Der Bund als Haupteigentümer will 2002 keine Aktien mehr abgeben. Zudem brilliert die Post mit solider Bilanz und wird gegenüber der internationalen Konkurrenz - UPS, Fedex, Nippon Express - extrem niedrig bewertet.

Quelle: Wirtschaftswoche

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