Unternehmen hatte ehrgeizige Wachstumsziele
Fairchild Dornier: Einer der weltweit größten Regionalflugzeug-Bauer

Fairchild Dornier zählt zu den drei größten Regionalflugzeugherstellern der Welt. Das deutsch- amerikanische Unternehmen mit Sitz in Oberpfaffenhofen nahe München baut kleinere Flugzeuge, die beispielsweise als Privat-Jets, Geschäftsflugzeuge und kleinere Linien-Maschinen eingesetzt werden.

dpa OBERPAFFENHOFEN. Für die nächsten Jahre hatte sich das Unternehmen ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt, wurde aber von der Luftfahrtkrise nach den Anschlägen vom 11. September kalt erwischt. Seit Monaten kämpfte Fairchild Dornier mit Finanzproblemen. Die Suche nach einem finanzstarken Partner blieb ohne Erfolg. Am Dienstag stellte Fairchild Dornier Insolvenzantrag. Von einer Pleite des Unternehmens sind 4300 Arbeitsplätze bedroht, davon 3600 in Deutschland.

Vor knapp zwei Jahren hatte die Allianz-Tochter Capital Partners (ACP) gemeinsam mit der amerikanischen Investmentfirma Clayton, Dubilier & Rice den US-Flugzeugbauer Fairchild Aerospace mit seiner deutschen Tochter Dornier übernommen. Die Finanzinvestoren investierten 400 Millionen Dollar in Fairchild Dornier, das sich zusätzlich Bankbürgschaften für 800 Millionen Dollar sicherte. Im Gegenzug stellte Fairchild Dornier eine rasche Expansion in Aussicht. Bis zum Jahr 2008 sollte der Umsatz von 635 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Oktober) auf vier bis fünf Milliarden Dollar (bis zu 5,7 Mrd Euro) steigen.

Fairchild war 1996 bei der Dornier Luftfahrt GmbH eingestiegen. Die damals zum Daimler-Benz-Konzern gehörende Luftfahrttochter Dasa war nach horrenden Verlusten mit ihren hochfliegenden Plänen im Regionalflugzeuggeschäft gescheitert. Praktisch zum Nulltarif wurde das Unternehmen an den US-Hersteller Fairchild (San Antonio/Texas) abgegeben.

Dornier verdankte seinen guten Ruf dem Gründer Claude Dornier, einer der großen Pioniere der deutschen Luftfahrt. Er trat 1910 beim Luftschiffbau des Grafen Zeppelin in Friedrichshafen ein. Aus der dort 1914 gegründeten selbstständigen Flugzeugabteilung «Do» entstand das Unternehmen Dornier. Ende 1981 gab als letztes Familienmitglied Claudius Dornier, Sohn des Firmengründers, die Führung aus der Hand.

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