Unternehmen in der Auflösung
Was von Andersen übrig blieb

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen Worldwide löst sich zusehens in der Konkurrenz auf. Die ausländischen Partner streben Fusionen mit den jeweils geeigneten der vier Konkurrenten an.

hon/vwd/rtr DÜSSELDORF. Andersen und KPMG teilten am Dienstag gemeinsam mit: "Angesichts der Entscheidung einzelner Andersen-Partner, unterschiedliche Ziele zu verfolgen, ist klar geworden, dass ein Zusammenschluss aller Geschäftsbereiche außerhalb der USA nicht zu erreichen ist".

Die jüngste Verbindung wurde in Singapur beschlossen. Andersen Singapore und Ernst & Young werden hier ihre Niederlassungen fusionieren, wobei die Geschäftszusammenlegung allerdings noch unter dem Vorbehalt eines positiven Due Dilligence stehe. Zudem müssten die entsprechenden Regulierungsbehörden und der Board beider Gesellschaften der Fusion zustimmen.

Da sich voraussichtlich weder die Regulierer noch die Boards gegen die Fusion aussprechen würden, erwarten die Unternehmen die benötigten Bewilligungen im Laufe der kommenden Wochen. Die Gesellschaften beschäftigen derzeit jeweils rund 1000 Mitarbeiter.

Damit wird die unter dem Namen Ernst & Young firmierende neue Prüfungsgesellschaft nach erfolgreicher Fusion zum größten Prüfer in Singapur aufsteigen. Über mögliche Entlassungen machten beide Unternehmen keine Aussagen.

Mit Deloitte Touche Tohmatsu International fusioniert der Partner in Spanien und warf damit KPMG aus dem Rennen. Andersen Spanien habe bei den Gesprächen mit KPMG über einen Zusammenschluss eine sehr wichtige Rolle gespielt, hieß es in verhandlungsnahen Kreisen. Damit versetzte Andersen Spanien den Bemühungen, die weltweiten Partner doch noch unter den KPMG-Hut zu bringen, endgültig den Todesstoß. Andersen Spanien ist die größte europäische Einheit der Gesellschaft. Durch eine Fusion der internationalen Bereiche von Andersen und KPMG wäre ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 12,1 Milliarden Dollar und 140.000 Beschäftigten entstanden.

Die weiteren Andersen-Partnerschaften im Überblick:

Mit KPMG gemeinsame Sache machen künftig die Andersen-Partner in

  • USA
  • Japan
  • Thailand (noch in Verhandlung)
  • Deutschland (noch in Verhandlung)



"In Deutschland sind wir gemeinsam entschlossen, unabhängig von der Entwicklung in einzelnen anderen Ländern, unsere Gespräche zu einem guten Abschluss zu bringen," erklärten KPMG und Andersen. KPMG beschäftigt rund 103 000 Beschäftigte, davon 9600 in Deutschland. Andersen zählt 85 000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es rund 3800.

Mit Ernst & Young zusammen gehen unter anderem die Andersen-Gesellschaft in

  • Indonesien
  • Vietnam
  • Neuseeland
  • Australien
  • Russland
  • Philippinen (noch in Verhandlung)
  • Malaysia (noch in Verhandlung)
  • Taiwan (noch in Verhandlung)



Einen Zusammenschluss mit PriceWaterhouseCoopers planen die Andersen-Partner in

  • Hongkong
  • China



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