Unternehmen investieren wieder in ihre Kommunikationstechnik: Netzausrüster lassen Talsohle hinter sich

Unternehmen investieren wieder in ihre Kommunikationstechnik
Netzausrüster lassen Talsohle hinter sich

Netzausrüster wie Cisco, Lucent und Nortel sehen trotz anhaltender Einbrüche im letzten Quartal Licht am Ende des Tunnels. Firmen investieren wieder in den Ausbau ihrer Kommunikationsnetze.

PALO ALTO. Die in den vergangenen zwei Wochen veröffentlichten Quartalsergebnisse haben es erneut bestätigt: Über der Kommunikationsindustrie und ihren Netzausrüstern hängen noch immer schwere Wolken. Nach einem Jahr massiver Budgetkürzungen der Telekom-Unternehmen, aber auch der Kommunikationsmanager in den Unternehmen sind die Umsätze der so genannten "Netzwerkklempner" wie Cisco Systems (CSCO), Nortel Networks (NT) und Lucent Technologies (LU) schwer eingebrochen. Mit ihnen mussten im Branchenverbund auch die jungen, erfolgversprechenden Herausforderer wie Juniper Networks (JNPR) oder Extrem Networks (EXTR) erhebliche Rückschläge einstecken.

Doch die Stimmung ist, wie die jüngsten Prognosen zeigen, nicht mehr so düster wie im Herbst vergangenen Jahres. So will der kanadische Netzausrüster Nortel aus Brampton nach erneuten Verlusten in Milliardenhöhe im vierten Quartal 2002 wieder schwarze Zahlen schreiben. Bis dahin, so Nortel würde sich die Situation im laufenden Quartal noch weiter verschlechtern.

Der ebenfalls schwer angeschlagene US-Rivale Lucent Technologies aus Murray Hill im US-Bundesstaat New Jersey berichtet ebenfalls von anhaltenden Verlusten und Umsatzeinbrüchen, rechnet aber bereits für das nächste Quartal mit einem starken Wachstum. Von den Analysten wurden diese positiven Aussagen mit einer gewissen Erleichterung, wenn auch mit vorsichtiger Skepsis aufgenommen. "Es wird langsam besser", sagt Kenneth Leon von ABN Amro. "Doch die Besserung startet von einem sehr tiefen Niveau."

Die Hoffnung für eine Trendwende der "Netzklempner" wurde vergangene Woche durch eine Studie der Marktforscher von Infonetics aus San Jose im Silicon Valley bestätigt. Nach monatelangen Sparmaßnahmen der US-Unternehmen sieht der Analyst Jeff Wilson deutliche Anzeichen dafür, dass die Unternehmen wieder in den Ausbau ihrer Firmennetze, vor allem in so genannte WANs, Wide Area Networks, investieren. Mit diesen Hochleistungsstrecken werden die verschiedenen Bereiche der Unternehmen miteinander verbunden.

Nach dem Ergebnis der Infonectis-Untersuchung soll die Prozentsatz von Großunternehmen (über 1 000 Mitarbeiter) mit Wide Area Netzen bis zum Jahr 2006 von gegenwärtig 86 % auf 95 % steigen. Beim Mittelstand (100 bis 1 000 Mitarbeiter) soll im gleichen Zeitraum die Ausrüstung mit WANs von 55 % auf 76 % klettern, bei kleineren Firmen von 20 % auf 42 %. Dabei werden Firmen schneller und intensiver in neue Netzausrüstungen investieren als dies die schuldengeplagten Telekom-Firmen tun werden.

Einen positiven Trend sieht auch das US-Fachmagazin Business 2.0 und zitiert dabei eine Untersuchung des Analyst Paul Sagawa von Sanford Bernstein. Sagawa hat vor allen anderen Beobachtern die Schwierigkeiten der Telekom-Industrie erkannt und zu einer Flucht aus den Werten geraten. Nun sieht der US-Börsenkreisen als "Telco-Bär" apostrophierte Analyst, Zeichen einer Trendwende, warnt aber, dass manche Werte, wie der des Branchenführers Cisco, überbewertet seien.

Sagawa empfiehlt zum Erstaunen vieler eher 3Com (COMS), Lucent und Nortel. Diese seien zur Zeit unterbewertet. Nach seiner Meinung könnte das Kursziel der genannten "Underdogs" bei etwa 10 $ liegen. Doch auch Cisco hat nach Ansicht von Branchenbeobachtern wieder gute Karten, verdankt doch der Marktführer seinen Erfolg dem Aufbau von Firmennetzen.

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