Unternehmen konzentrieren sich aufs Kerngeschäft
Business Process Outsourcing voll im Trend

Dank neuer E-Business-Konzepte lagern immer mehr Unternehmen ganze Abteilungen aus. Ein Trend mit gravierenden Folgen für Firmenstrukturen und den Standort Deutschland.

Die Unterhändler von Commerzbank und IBM treffen sich seit Monaten; mal in Frankfurt, mal in Stuttgart, doch stets hinter fest verschlossenen Türen. Dennoch ist schon jetzt klar, dass der geplante Deal, die Frankfurter Bankenwelt aufrütteln wird, wie vor Jahresfrist der Plan von Deutsche-Bank-CIO Hermann-Josef Lamberti, mehrere Rechenzentren an einen Dienstleister auszulagern.

Doch während sich Lamberti beim Outsourcing noch auf die IT-Infrastruktur konzentrierte, geht der bei der Commerzbank für das Projekt verantwortliche Vorstand Andreas de Maizière einen entscheidenden Schritt weiter. Neben dem Rechenzentrum steht mit der Anwendungsentwicklung ein kompletter Geschäftsbereich zur Disposition. Noch dazu einer, den selbst Lamberti noch zur Kernkompetenz des Geldhauses zählte. Insgesamt sollen laut inoffiziellen Angaben 400 bis 500 IT-Experten von der Commerzbank zu IBM wechseln.

Die Frage, was noch wirklich unternehmenskritische Prozesse sind, stellen sich in Deutschland nicht nur die Frankfurter Großbanker. "Angesichts anhaltenden Kostendrucks überprüfen immer mehr Unternehmen, welche Leistungen sie an Externe abgeben können", sagt Christophe Châlons, Geschäftsführer des IT-Beraters Pierre Audoin Consultants in München. Die Ausgliederung kompletter Geschäftsprozesse - Business Process Outsourcing (BPO) genannt - steht in fast allen großen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. "Im Rechnungswesen, im Controlling, in der Rechtsabteilung, aber auch in der Entwicklung und im Vertrieb - plötzlich stehen Funktionen zur Auslagerung an, die bisher als unverrückbare Kernkompetenzen galten", stellt auch Hauke Moje fest, Spezialist für Unternehmenstransformation beim Strategieberater Roland Berger.

Vielen betroffenen Unternehmen ist das Thema - im Prinzip - längst vertraut. "Unternehmensferne Funktionen wie Kantine oder Werkschutz wurden schon vor Jahren an Dienstleister ausgelagert", sagt Peter Sondergaard, Europäischer Forschungschef beim Technologieberater Gartner. Für weitergehende Outsourcing-Projekte aber fehlten technische und organisatorische Voraussetzungen. Sondergaard: "Weder ließ - oft selbst geschriebene - Software firmenübergreifende Zusammenarbeit zu, noch war die Kommunikationstechnik dazu geeignet."

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