Unternehmen kündigt Antrag beim Telekom-Regulierer an
Mobilcom will Call-by-Call per Handy anbieten

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid will mehr Bewegung in die Preise für Mobilfunkgespräche bringen: Das so genannte Call-by-Call soll auch bei Telefonaten von Handy zu Handy möglich sein. Bisher ist dies nur bei Gesprächen im Festnetz sowie vom Festnetz zum Handy machbar. Mobilcom will in den nächsten zwei Wochen einen entsprechenden Antrag bei der Telekom-Regulierungsbehörde stellen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch an.

DÜSSELDORF. Beim Call-by-Call kann der Kunde über eine fünfstellige Vorwahl für jedes Gespräch den billigsten Anbieter wählen. Solche Telefonate haben den Wettbewerb auf dem Telekom-Markt vor mehr als drei Jahren in Gang gebracht. Nach den Insolvenzen von Unternehmen wie Teldafax, Star Telecom und Callino gelten Call-by-Call-Gespräche zunehmend als Auslaufmodell. Sinkende Margen machen das Geschäft unprofitabel.

Vor etwa zwei Jahren ist dieses Verfahren auch für Gespräche innerhalb der Mobilfunknetze diskutiert und aus technischen Gründen wieder verworfen worden. Auch heute sagen die Mobilfunknetzbetreiber, die technischen Probleme seien nicht ausgeräumt. Zudem sprechen sich die Unternehmen noch aus einem anderen Grund dagegen aus: Sie fürchten um ihre Einnahmen, wenn Anbieter von Call-by-Call die Preise drücken. "Wir haben in unsere Netze investiert und wollen diese Investitionen schützen", heißt es bei Viag Interkom.

Nach Angaben von Mobilcom sind daher auch bilaterale Verhandlungen zwischen den Netzbetreibern und dem Büdelsdorfer Unternehmen über Call-by-Call gescheitert. Jetzt solle der Regulierer für mehr Wettbewerb im Mobilfunk sorgen, so Mobilcom.

Die Regulierungsbehörde müsste voraussichtlich eine Zusammenschaltung zwischen den Vermittlungsstellen der Mobilfunker und dem Mobilcom-Netz anordnen. Dies ist grundsätzlich möglich, heißt es bei der Behörde. Je nach Antrag müsste die Behörde auch über die entsprechenden Gebühren entscheiden. Das halten Branchenexperten für problematisch, da es es im Mobilfunk kein marktbeherrschendes Unternehmen gibt und die Preise daher normalerweise nicht reguliert werden. Bei der Regulierungsbehörde hieß es dazu: "Wir müssen erst einmal den Antrag abwarten." Ohnehin glauben Branchenkenner nicht an einen Erfolg des Mobilcom-Vorstoßes. Die Höhe der Zusammenschaltungsgebühren dürfte das Call-by-Call in Mobilfunknetzen unprofitabel machen.

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