Unternehmen legt am Donnerstag Zahlen vor
Analysten erwarten vor Delle kräftiges Epcos-Plus

Nach Ansicht einiger Analysten könnte das abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahrs 2000/01 (30. September) das vorerst letzte für die Epcos AG sein, in dem der im DAX gelistete Hersteller von Bauelementen richtig glänzen konnte.

Reuters MÜNCHEN. Für die Monate von Oktober bis Dezember 2000 gehen die Analysten im Mittel ihrer Prognosen von einem Gewinnsprung von 87 % auf ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 107 (1999/2000: 57) Mill. Euro und einem um 50 % höheren Umsatz von 557 (369) Mill. Euro aus. Für den weiteren Verlauf des Jahres schließen sie sich jedoch dem scheidenden Vorstandschef Klaus Ziegler an, der zuletzt 25 bis 35 % Umsatzwachstum für 2000/01 in Aussicht stellte. Epcos legt am Donnerstag seine Quartalszahlen vor.

"Wir bestätigen (...) unsere Prognose eines Umsatzzuwachses von mehr als 50 %", hatte Ziegler mit Blick auf das erste Quartal Mitte Januar der "Frankfurter Allgemeine" gesagt. Der Auftragszugang sei sogar noch stärker gewachsen als der Umsatz. Für das laufende zweite Quartal rechne er vorübergehend aber mit einer Abschwächung des Auftragseingangs, ehe die Bestellungen im dritten Quartal wieder zulegen sollten, so Ziegler weiter. Der Rückgang werde aber nicht auf den Epcos-Umsatz durchschlagen, da noch immer Aufträge über mehr als eine Milliarde Euro vorlägen. Die Ebit-Marge soll 2000/01 auf 19 von 18 % gesteigert werden.

Im ersten Quartal läge das Münchener Unternehmen damit den Analystenprognosen zufolge genau im Plan. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) richtet ihr Augenmerk aber schon auf die Zukunft. Der Auftragseingang im Dezember-Quartal sei unter den Quartalszahlen die entscheidende Größe, heißt es in einer Studie der CSFB. Epcos sei mit seinen Schlüsselkunden Nokia und Siemens in einer guten Position. Allein der Handy-Markt, von dem 35 % der Epcos-Umsätze abhingen, bereitet den CSFB-Analysten Kopfzerbrechen. Doch das Unternehmen wäre von zyklischen Schwankungen in der Branche weniger betroffen, da das Unternehmen kaum Massenprodukte herstelle.

Das sieht Technologie-Analyst Achim Fehrenbacher von M.M. Warburg ähnlich. Zwar könnten die Oberflächenwellen-Filter, mit denen Störgeräusche in Handys herausgefiltert werden, unter der Schwäche in der Mobilfunkbranche leiden, doch habe sich Epcos dem überschwänglichen Optimismus der Hersteller von vornherein nicht angeschlossen. 35 % Umsatzzuwachs traut Fehrenbacher Epcos dennoch nicht zu: "Unsere Schätzungen liegen bei knapp 30 %." Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck sieht am Ende des Jahres beim Umsatzwachstum ebenfalls nur eine Zwei an erster Stelle. Ziegler habe mit seinen Äußerungen die Fachleute schon auf eine Abschwächung im zweiten Quartal einstimmen wollen. "Die Preise werden erst im Frühjahr richtig sinken", sagt er. Kitz rechnet im Gegensatz zu seinen CSFB-Kollegen sogar damit, dass Epcos einen neuen, vorsichtigeren Ausblick auf das Geschäftsjahr vorlegen dürfte.

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