Unternehmen lehnen Stellungnahme ab
Henkel bietet fünf Milliarden Euro für Wella

Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel will nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Kosmetik- und Haarpflegekonzern Wella übernehmen.

Reuters/sts DÜSSELDORF. Aus unternehmensnahen Kreisen hieß es am Sonntag, Henkel habe bis zu 5,3 Mrd. Euro geboten. Das Gebot belaufe sich auf 70 bis 80 Euro pro Aktie, womit es unter Umständen fast 100 % über dem Börsenkurs vom Freitag liegen würde. Das Wella-Papier notierte am Abend bei 43,80 Euro. "Henkel hat das Gebot vorgelegt und Wella prüft es nun", hieß es aus den Kreisen.

Bislang habe das Darmstädter Unternehmen noch keine Stellung dazu bezogen. Eine Entscheidung stehe in nächster Zeit noch nicht an, hieß es. Wella sei als Familienkonzern, der nach wie vor von den Nachfahren der Gründerfamilie Ströher kontrolliert werde, bislang stets skeptisch gegenüber Fusionen gewesen. In Frage komme daher nur eine freundliche Übernahme.

Die Sprecher beider Unternehmen lehnten am Sonntag eine Stellungnahme dazu ab. "Wir kommentieren Spekulationen grundsätzlich nicht," sagte ein Henkel-Sprecher. Aus dem Hause Wella hieß es, dass die Gerüchte über eine angebliche Übernahme von Wella durch Henkel schon lange existierten. Ein Henkel-Mitarbeiter sagte allerdings: "Das kann theoretisch sein, irgendetwas wird Henkel kaufen, denn die Kasse ist gefüllt."

Wella hat seinen Geschäftsschwerpunkt im Frisörgeschäft und ist nach L'Oreal in dieser Sparte der zweitgrößte Anbieter weltweit. Bislang hat Wella rund 20 % Marktanteil, Schwarzkopf etwa sechs Prozent. Durch ein Zusammengehen von Wella und der Haarpflege-Tochter von Henkel, Schwarzkopf, käme das Unternehmen nahe an den internationalen Marktanteil von L?Oreal von rund 30 % heran. Synergieeffekte gäbe es aber auch bei den Einzelhandelsprodukten unter der Marke Schwarzkopf und im Parfümgeschäft.

Wella konzentriert sich seit einigen Jahren verstärkt auf Kosmetika und Düfte - die versprechen höhere Margen als Shampoos oder Tönungen, die in Supermärkten verkauft werden. Erst vergangenen Donnerstag hatte das Darmstädter Unternehmen ein Joint-Venture mit dem italienischen Modeunternehmen Max Mara angekündigt, das in den nächsten Jahren einen zusätzlichen Umsatz von bis zu 100 Mill. Euro erwirtschaften soll. Ab dem Frühjahr 2004 solle das zu Wella gehörende Kosmetik- und Duftunternehmen Cosmopolitan Cosmetics gemeinsam mit Max Mara Parfums und Körperpflegeprodukte anbieten.

Dem Henkel-Konzern wird seit längerem Interesse an einem Kosmetik-Konkurrenten nachgesagt. Nach dem Verkauf ihrer Chemie- und Hygienegeschäfte warten Aktionäre und Analysten auf einen großen Wurf. Neben Wella machte Beiersdorf schon häufiger die Runde. Henkel steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 3,3 % auf 4,9 Mrd. Euro, das Ebit legte um 7,2 % auf 330 Mill. Euro zu.

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