Unternehmen reicht oft die abgespeckte Version
Enterprise-Plattformen für den Mittelstand

"Enterprise-Portale" sind zu einem wichtigen Umsatzträger der IT-Anbieter geworden; Firmen wie IBM oder SAP haben das lukrative Geschäft mit den Großkunden längst entdeckt. Doch auch für Mittelständler können sich solche Lösungen lohnen, vorausgesetzt, sie nähern sich dem Thema schrittweise und lassen sich nicht zum Kauf von überdimensionierten Systemen überreden.

HB DÜSSELDORF. Portale für den Unternehmenseinsatz funktionieren im Prinzip nicht anders als die Startseiten von T-Online & Co.: Es geht darum, sämtliche Vorgänge, die in einer Firma anfallen, über eine einzige Webseite abbilden und erledigen zu können. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl entsprechender Anwendungen auf dem Markt. Ab welchem Leistungsumfang diese Programme die Bezeichnung Portal tatsächlich verdienen, haben die Berater von CSC Ploenzke zu definieren versucht. Danach müssen fünf Leistungsmerkmale erfüllt sein: Die Integration vorhandener Programme, ein strukturiertes Nutzer-Management, die personalisierte Verwaltung von Inhalten, Suchfunktionen sowie eine entwicklungsfähige Infrastruktur.

Megaportale, die all das bieten, sind im Mittelstand oft weder notwendig noch gewünscht. Die großen Portalanbieter wie BEA, SAP oder IBM setzen allerdings stark auf solche Lösungen. Das Fraunhofer für Arbeitswirtschaft und Organisation-Institut (IAO) hat zu Beginn des Jahres eine ganze Reihe dieser Programme Untersucht. Ein Ergebnis war, dass die Preisunterschiede sehr groß und oft nicht nachvollziehbar sind; die Forscher hielten die Produkte insgesamt auch für zu teuer. Für viele Mitteständler genügen abgespeckte Lösungen. In der Praxis gibt es drei sinnvolle "Eskalationsstufen" bei der Einführung solcher Anwendungen: Bei der ersten handelt es sich um ein reines Intranet als Informations- und Kommunikationsmedium für die Mitarbeiter. Die zweite Stufe integriert auch geschäftskritische Anwendungen wie zum Beispiel Kundenbestellungen in die Plattform. In der dritten Stufe schließlich wird diese Plattform auch nach außen geöffnet; etwa um Daten mit Lieferanten online auszutauschen.

Diese Abstufung bedeutet keineswegs, dass jedes Unternehmen über kurz oder lang alle diese Schritte gehen muss. Den meisten Mittelständlern genügt die Schaffung eines einfachen Intranets vollkommen. Das gilt auch für die Sutter-Gruppe in Essen, einem Verlag für Telefonbücher und Messekataloge mit 500 Mitarbeitern. "Das Intranet war ein Wunsch der Geschäftsleitung", sagt Georg Lümmen, der als Projektleiter für das "Sutter Infonet" verantwortlich ist. Auf dem Infonet sind jetzt sämtliche wichtigen Unternehmensinfos zusammengeführt, gegliedert nach Rubriken wie Personal, Geschäftsbereiche, Wissen und Aktuelles.

Wie teuer solche Programme sind, hängt vom genauen Leistungsumfang und vor allem von der Anzahl der Nutzer ab. Viele Lösungen sind schon für wenige tausend Euro zu haben. Mittelständler, die langfristig nicht nur ein Intranet, sondern eine umfassendere Integrationslösung installieren wollen, sollten auf jeden Fall schrittweise vorgehen, anstatt gleich den großen Wurf zu wagen. Peter Oltmanns, Chef des Mittelstands-Beratungshauses Chorus: "Bei der Entscheidung für ein Programm sollte der schnelle Erfolg im Vordergrund stehen".

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