Unternehmen setzt auf Landesmittel
CargoLifter kann Mai-Gehälter nicht pünktlich zahlen

Der Berliner Luftschiffbauer CargoLifter kann die Mai-Gehälter für seine knapp 500 Beschäftigten nicht pünktlich zahlen. Wie am Montag aus Unternehmenskreisen verlautete, reichen die vorhandenen Mittel dazu nicht aus. Eine offizielle Stellungnahme lehnte CargoLifter ab.

dpa BERLIN. Nach Angaben einer Firmensprecherin laufen weiterhin Gespräche über kurzfristige Finanzierungsmöglichkeiten. Bereits seit Tagen gibt es Spekulationen über einen baldigen Antrag auf Insolvenz. Allein in Brandenburg, wo CargoLifter seine Werfthalle hat, stehen mehr als 300 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Wegen der massiven Finanzprobleme hatte CargoLifter-Gründer Carl von Gablenz kürzlich sein wichtigstes Vorhaben stoppen müssen. Die Pläne für das Riesen-Luftschiff CL 160, das im Frühjahr 2005 erstmals abheben und später einmal gigantische Lasten transportieren sollte, wanderten in die Schublade. Stattdessen will die CargoLifter AG vorerst nur Transport-Ballons bauen. Allerdings hat das Unternehmen bislang nur einen einzigen Ballon verkauft. Den Finanzbedarf bis Herbst 2003 bezifferte Gablenz auf 70 Millionen Euro.

Die Krise bei dem einstigen Prestige-Projekt wird auch Entlassungen zur Folge haben. Konkrete Zahlen, wie viele Beschäftigte gehen müssen, nannte Firmenchef Gablenz noch nicht. Mit dem Betriebsrat laufen auch Gespräche wegen eines möglichen Gehaltsverzichts der Mitarbeiter. Die monatlichen Personalkosten bezifferte Gablenz kürzlich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Parallel dazu versucht CargoLifter weiterhin, Geld vom Land Brandenburg und vom Landkreis Dahme-Spreewald zu bekommen, wo die Werfthalle steht. Der Bund hat Finanzhilfen wegen Zweifeln an der "technischen und finanziellen Realisierbarkeit" des Unternehmens abgelehnt. Unterdessen richtete ein Kreis von 120 Aktionären ein Treuhandkonto ein, auf dem Geld zur Verwirklichung des CargoLifter- Projekts gesammelt wird.

An der Börse notierte die Aktie am Nachmittag bei 1,30 Euro um weitere 5,8 Prozent im Minus. Zu Spitzenzeiten waren CargoLifter mehr als 23 Euro wert.

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