Unternehmen verspricht sich Gewinne
MME setzt weiter auf Reality-TV

Für die Produktion Girlscamp, die in Deutschland ein Misserfolg war, werde nach internationalen Partnern Ausschau gehalten. Großes Interesse bestehe in Spanien und Portugal.

dpa HAMBURG. Die TV-Produktionsfirma MME setzt auch nach den Quoten-Misserfolgen ihrer Sendungen "Girlscamp" und "To Club" auf Reality-Fernsehen. Von neuen Reality-Formaten mit mehr Abenteuer-Elementen verspreche sich das Unternehmen in diesem Jahr Gewinne, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Eishold am Dienstag in Hamburg. So werde die geplante Produktion "Explorer" die Kandidaten auf Schatzsuche schicken. In der TV-Show "Haunted Places" werde es "gruselig" zugehen. Zielgruppe von MME (Me, Myself & Eye Entertainment) bleibe die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz des am Neuen Markt notierten Unternehmens von 47,2 auf 50,5 Mill. DM bei einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 7,8 Mill. DM. Das schlechte Konzernergebnis sei Folge hoher Investitionen ins Internet-Geschäft und hoher Marketingaufwendungen für den Börsengang im vergangenen Jahr. Die Show "To Club" setzte der Privatsender RTL II vorzeitig ab, die SAT.1-Sendung "Girlscamp" blieb mit einem Zuschaueranteil von zuletzt unter 5 Prozent weit hinter den Erwartungen zurück.

Reality ist nicht tot

"Wir glauben nicht, dass Reality tot ist", sagte Vorstandsmitglied Christoph Post. Der geringe Erfolg der SAT1-Sendung "Girlscamp" sei für MME überraschend gewesen: "Die Sendung ist besser als ihr Ruf". Derzeit verhandle MME mit internationalen Partnern, um "Girlscamp" auch im Ausland zu produzieren. Interesse komme unter anderem aus Spanien und den USA. Auf einem deutschen Sender werde in absehbarer Zukunft auch die Reality-Show "Inflagranti" starten: "Der Name ist Programm", sagte Post.

Künftig will MME das Spektrum seiner Sendungen allerdings erweitern. Bereits seit Anfang 2001 produziert das Unternehmen das Boulevardmagazin "Max TV" auf type="organisation" value="DE0007771172">Pro Sieben. Derzeit sei außerdem die TV-Serie "Perry Rhodan" in Arbeit. Auch im Spielfilm-Geschäft werde sich das Unternehmen künftig verstärkt engagieren: Die MME-Produktion "Engel & Joe" werde im Juni in die Kinos kommen und "sicherlich für Furore sorgen", sagte Post. Gemeinsam mit dem Heinrich-Bauer-Verlag plant MME den "Bravo Channel", einen Fernsehkanal für Jugendliche. Derzeit bemühe man sich um eine Sendefrequenz.

Im November vergangenen Jahres war MME mit einem Emissionspreis von sieben Euro an die Börse gegangen. Seitdem ist der Aktienkurs auf rund 1,7 Euro gefallen. Im TV-Unterhaltungsgeschäft konnte sich die Hamburger Produktionsfirma mit der RTL Chartshow "Top of the Pops" und der Jugendsendung "Bravo TV" etablieren.

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