Unternehmen wagt keinen offiziellen Ausblick: EM.TV schreibt erneut tief rote Zahlen

Unternehmen wagt keinen offiziellen Ausblick
EM.TV schreibt erneut tief rote Zahlen

Die krisengeschüttelte EM.TV & Merchandising AG hat auch 2002 wegen Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe tief rote Zahlen geschrieben. An dem seit Monaten angestrebten, bereits mehrfach verschobenen Verkauf der US-Tochter Jim Henson hält EM.TV fest.

Reuters MÜNCHEN. "Zur Rückführung des Junior-Kredits und zur nachhaltigen Sicherung der Liquidität wird EM.TV einen Teil- oder Komplettverkauf der Jim Henson Company durchführen", bekräftigte die seit einer Woche im Kleinwertesegment SDax gelistete Gesellschaft am Montag in einer Pflichtmitteilung. Die von Konzernchef Werner Klatten angekündigte Abspaltung hat sich bereits um Monate verzögert, mehrere selbst gesetzte Fristen des Unternehmens sind verstrichen. Analysten hatten in der Vergangenheit die Sorge geäußert, EM.TV drohten Liquiditätsprobleme, wenn es nicht bald zu einem Abschluss komme.

Die EM.TV-Aktie notierte kurz nach Handelsbeginn mit 69 Cent um 1,5 Prozent im Plus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte EM.TV einen Verlust von 310,2 Millionen Euro nach 374,2 Millionen Euro im Vorjahr. "Wie in den beiden Vorjahren wurde das Konzernergebnis durch hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte geprägt, die sich 2002 auf 240 Millionen Euro beliefen", hieß es. Hiervon seien alleine 195,8 Millionen Euro auf die Abschreibung des 16,7-prozentigen Formel 1-Anteils entfallen. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) konnte EM.TV hingegen mit 8,4 (Vorjahr bereinigt: 7,2) Millionen Euro einen kleinen Gewinn ausweisen. Der Konzernumsatz sank den Angaben zufolge auf bereinigter Basis um 5,4 Prozent auf 249,9 Millionen Euro. Davon seien 92,3 Millionen Euro auf das Schlussquartal entfallen. Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gab EM.TV nicht.

Offenbar vor allem auf Grund der Abschreibung der Formel 1-Beteiligung, die nach früheren Angaben mit 204 Millionen Euro in den Bücher stand, verringerte sich das EM.TV-Eigenkapital um knapp 58 Prozent auf 237,5 Millionen Euro. "Es lag damit weiter deutlich über dem gezeichneten Kapital von 145,9 Millionen Euro", hieß es. Der Formel 1-Anteil war von einem Bankenkonsortium als Sicherheit für einen Kredit an Leo Kirch beansprucht worden. EM.TV wollte sich hiergegen erst gerichtlich wehren, schloss dann aber einen Vergleich.

Der einstige Börsenliebling EM.TV, der sich in der Euphorie des Neuen Marktes mit überteuerten Zukäufen übernommen hatte, versucht seit rund zwei Jahren, wieder profitabel zu werden.

Konzernchef Klatten, der den Posten nach dem Rückzug von Gründer Thomas Haffa im Sommer 2001 übernommen hatte, plant hierfür den Verkauf nicht zum Kerngeschäft gehörender Bereiche.

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