Unternehmen werden zu Holding zusammengefasst
Siemens: Sieben auf einen Streich

Siemens wird sieben Gesellschaften aus seinem Nicht-Kerngeschäft für 1,69 Milliarden Euro an den britischen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) verkaufen.

HB MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern verkauft auf einen Schlag sieben Beteiligungen im Wert von insgesamt 1,7 Milliarden Euro an einen britischen Finanzinvestor. Die Firmen mit insgesamt 22 800 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 3,5 Milliarden Euro gehören nicht zum Kerngeschäft von Siemens. Unter den Unternehmen seien unter anderem Mannesmann Plastics, der Hersteller von Mobilkränen Demag Cranes sowie der Gasfederspezialist Stabilus, teilte die Siemens AG (Berlin/München) am Freitag mit.

Käufer des Unternehmenspakets ist die Londoner Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR).

Käufer schon lange gesucht

Siemens hatte seit längerer Zeit einen Käufer für die Beteiligungen gesucht. Teilweise gehörten die Firmen zur früheren Mannesmann-Sparte Atecs, die von Siemens übernommen worden war. In dem derzeit schwierigen konjunkturellen Umfeld hatte sich der Verkauf einzelner Unternehmen aber offenbar schwierig gestaltet. Der Paketverkauf sei ein innovativer Schritt, bei dem Transaktionskosten gespart würden, sagte ein Siemens-Sprecher. Mit dem Kaufpreis sei Siemens sehr zufrieden.

Geschäfte sollen weiter laufen

Für die Mitarbeiter werde sich nicht viel ändern. KKR habe die klare Absicht, das Geschäft in unveränderter Form weiter zu führen, zumal es sich um profitable Unternehmen handele. Über den Verkauf der Beteiligungen an KKR war bereits seit Wochen spekuliert worden.

Die Firmen sollen in eine Holdinggesellschaft gebracht werden, an der KKR mit 81 Prozent und Siemens mit 19 Prozent beteiligt ist. Der Siemens-Sprecher betonte, es handele sich um eine reine Finanzbeteiligung. "Es ist aber auch ein deutliches Signal an die Mitarbeiter, dass Siemens an die Zukunft glaubt." KKR ist nach eigenen Angaben eines der führenden Private-Equity- Häuser der Welt. Das Unternehmen beteiligt sich an nicht börsennotierten Firmen, um sie später mit Gewinn weiter zu verkaufen.

Gutes Geschäft für KKR

Für KKR sei der Kauf ein gutes Geschäft. "Jedes Unternehmen ist Marktführer in seinem Bereich und wir sehen hervorragende Möglichkeiten, gemeinsam mit den gegenwärtigen Geschäftsführern den weiteren Ausbau der einzelnen Betriebe voranzutreiben", sagte KKR - Manager Johannes Huth in London. Größter Brocken in dem Paket ist der Spritgießmaschinen-Hersteller Mannesmann Plastics Machinery (MPM).

Verkauf an Apax kam nicht zustande

Siemens wollte die Gesellschaft mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro ursprünglich an den Finanzinvestor Apax verkaufen. Damals wurde über einen Kaufpreis von insgesamt 800 Millionen Euro spekuliert. Das Geschäft platzte aber in letzter Minute. Zu dem Paket gehören neben MPM, Demag und Stabilus vier weitere Unternehmen: Die Gottwald Prot Technology mit Sitz in Düsseldorf, Weltmarktführer für Hafenkräne, der Anbieter von Netzwerkdiensten Network Systems, der Hersteller elektromechanischer Stromzähler Metering und der Lieferant für technische Keramikteile Ceramics.

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