Unternehmen wie Koenig & Bauer, IWKA oder Krones stehen auf den Kauflisten der Analysten
Maschinenbauaktien immer noch günstig

Oft sind es Maschinenbauwerte aus dem Nebenwertesegment MDax und dem Kleinwertesegment Smax, die das Lob der Analysten ernten.

DÜSSELDORF. Auch der Maschinenbau spürt die weltweite Konjunkturflaute. Der Präsident des Verbandes der deutschen Maschinen-und Anlagenbauer (VDMA), Diether Klingelnberg, sagte gestern zum Auftakt der größten Industriemesse der Welt, der Hannover Messe, er erwarte in Deutschland in diesem Jahr einen Produktionsrückgang von zwei Prozent. Im zweiten Halbjahr werde man auf "einen moderaten Wachstumskurs" einschwenken.

Nur mäßige Nachrichten für eine Branche, die sonst als erfolgsverwöhnt gilt: Im vergangenen Jahr erzielten die Unternehmen einen Rekordumsatz von 133 Mrd. Euro. Dazu trug vor allem ein starkes Auslandsgeschäft bei - zwei von drei Maschinen werden exportiert. Trotz der derzeitigen Probleme konnten die Aktienkurse von Maschinenbauern wie Krones, IWKA oder Gildemeister bis jetzt gegen den Trend zulegen. Nach Meinung von Analysten lohnt der Einstieg bei einer ganzen Reihe von Firmen.

Manfred Bucher, Investment-Analyst bei der Bayerischen Landesbank ist der Meinung, dass viele Maschinenbau-Aktien immer noch relativ günstig bewertet sind. Die Analysten der Bayern LB bewerten die Branche mit "übergewichten". Der Grund: "Die Frühindikatoren zeigen eine Erholung der Konjunktur, die Tendenz in der Branche sollte deshalb nach oben gehen", sagt Bucher.

Oft sind es Maschinenbauwerte aus dem Nebenwertesegment MDax und dem Kleinwertesegment Smax, die das Lob der Analysten ernten. Auf der Kaufliste von Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus und Burkhardt, stehen die Aktien von Rheinmetall (u.a. Papiermaschinen), IWKA (Maschinen für die Fahrzeug- und Konsumgüter- industrie) und Koenig & Bauer (Druckmaschinen). Die Bayern LB empfiehlt, Gildemeister (Dreh- und Fräsmaschinen), Krones (Maschinen für die Getränkeindustrie) und Heidelberger Druckmaschinen überzugewichten.

Eine günstige Bewertung alleine reiche nicht aus, um eine Aktie empfehlen zu können, sagt Analyst Schramm. "Ein positiver Treiber, der für Kursphantasie sorgt, muss dazu kommen, wie etwa gute Wachstumsaussichten oder eine erfolgversprechende Restrukturierung." Bei Koenig und Bauer falle zum Beispiel die Umstellung auf die internationalen Bilanzierungsregeln IAS (International Accounting Standards) positiv ins Gewicht. Mario Endner, Analyst bei der Bayern LB, lobt bei Krones und Gildemeister die stabile Kursentwicklung. "Hier ist das Rückschlagpotenzial relativ gering."

Zwar sind viele Maschinenbauwerte immer noch günstig, die Zeiten, in denen man richtige Schnäppchen machen konnte, scheinen allerdings vorbei zu sein. Die Titel seien nicht mehr so günstig wie 2001, sagt Trinkaus-Analyst Schramm. Die Aussichten für 2002 sind wegen der Konjunkturschwäche auch bei einigen Maschinenbauern nur mäßig, die Aktienkurse aber gestiegen. Somit hat sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) verschlechtert. Trotzdem: "Viele Papiere sind immer noch akzeptabel bewertet", sagt Schramm.

Einige Unternehmen halten sich derzeit etwas bedeckt, was die Prognose für dieses Jahr angeht. Gildemeister erwartet einen "eher verhaltenen Nachfrageverlauf". IWKA plant dem vorläufigen Geschäftsbericht zufolge "kein weiteres Wachstum" für 2002. Umsatz und Erlöse für das erste Quartal gibt das Unternehmen an diesem Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz bekannt. Interessant wird außerdem der Ausblick von Koenig & Bauer für das laufende Jahr sein, den das Unternehmen am heutigen Dienstag in Frankfurt gibt.

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