Unternehmen will "alles Menschen mögliche" tun
Post richtet Krisenstäbe ein

Die Deutsche Post AG hat nach den ersten deutschen Milzbrandfällen bundesweit mehrere Krisenstäbe eingerichtet, um die Sicherheit der Mitarbeiter und die Aufrechterhaltung des Betriebes zu gewährleisten. Das Briefzentrum in Gera wurde nach ersten positiven Testergebnissen an einem dort abgestempelten Brief vorsichtshalber geschlossen.

ap BONN. Alle Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Auch der Zustellstützpunkt in Rudolstadt wurde zunächst geschlossen.

"Unsere Betriebsärzte sind vor Ort und stehen den Post-Beschäftigten beratend zur Seite. Wir tun zusammen mit den Gesundheitsbehörden alles, was möglich ist", sagte die Sprecherin. In Gera war der Milzbrand-verdächtige Brief an das Arbeitsamt im ostthüringischen Rudolstadt abgestempelt worden. Die Deutsche Post sei darauf verbereitet, bei vorliegenden Informationen auch am bislang noch nicht bekannten Absendeort des Briefes gleichartige Maßnahmen zu ergreifen.

Die Sprecherin betonte, es werde auch darüber nachgedacht, wie man den Schutz von Postempfänger vor Milzbrandattacken verbessern könne. Doch wolle man dazu nicht zu viel sagen, um nicht den Tätern oder Trittbrettfahrern Informationen zur Umgehung der Schutzmaßnahmen zu liefern. Es gebe bereits einen internationalen Erfahrungsaustausch über mögliche Schutzmaßnahmen.

Laut einem Polizeisprecher wurde das Arbeitsamtgebäude in Rudolstadt, in dem der verdächtige Brief am vergangenen Donnerstag aufgetaucht war, am Nachmittag abgesperrt. Es würden noch diverse Untersuchungen vorgenommen, um abzuklären, ob Spuren des Milzbranderregers in dem Gebäude seien, sagte der Sprecher.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di forderte die Deutsche Post auf, umgehend die Transportwege der Anthrax-Briefe festzustellen und die entsprechenden Räume und Betriebsmittel zu untersuchen. "Eine Gefährdung der Mitarbeiter und die Weiterverbreitung muss mit allen Mitteln vermieden werden", sagte ver.di Vorstandsmitglied Rolf Büttner.

Büttner warnte zugleich vor Panikmache und rief zu Besonnenheit auf. Allerdings gehe die Sicherheit der Beschäftigten und der Kunden vor - "auch wenn es zu Verzögerungen kommt", erklärte der Gewerkschafter.

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