Unternehmen will in weniger als fünf Jahren profitabel sein
Infineon bietet Systeme für Pharmaindustrie an

Der Münchener Chip-Hersteller Infineon will künftig Untersuchungssysteme für die Pharmaindustrie anbieten und damit an einem stark wachsenden Markt teilhaben. Für das laufende Jahr geht der Konzern, der generell einen Trend weg vom Angebot bloßer Chips hin zu branchenspezifischen Gesamtlösungen sieht, hier aber noch von geringen Umsätzen aus.

Reuters MÜNCHEN. "Wir rechnen für 2003 mit einem Umsatz im einstelligen Millionenbereich", sagte Thomas Klaue, Vizepräsident des Bereichs Unternehmensentwicklung, am Mittwoch in München. Ziel sei es, in dem Geschäft "in weniger als fünf Jahren" operativ schwarze Zahlen zu schreiben. Innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre wolle der Konzern einen Marktanteil von etwa 10 % erreichen. Infineon zufolge hatte die Branche 2002 weltweit ein Volumen von 577 Mill. US-Dollar, das bis zum Ende des Jahrzehnts auf über 4 Mrd. Dollar steigen soll.

Der Münchener Chip-Hersteller präsentierte am Mittwoch seinen so genannten Flow-Thru-Chip auf dem gleichzeitig die Reaktion von bis zu 400 verschiedenen bekannten Genen auf einen zu untersuchenden Stoff getestet werden kann. Auf diese Weise kann etwa Blut auf Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose analysiert werden.

Infineon zufolge liegt der Vorteil seiner Bio-Chips darin, dass sie wesentlich schneller als Konkurrenzprodukte arbeiten. Pharmaunternehmen könnten hierdurch ihre Entwicklungszeit für ein Medikament um bis zu zwei Jahren verkürzen, hieß es. Hieraus resultiere eine frühere Zulassung des Präparats. Je zusätzlichem Jahr der Vermarktung seien so Mehrerlöse von bis zu einer halben Milliarde Euro möglich. Neben dem Bio-Chip hat Infineon zusammen mit der US-Firma Metrigenix eine komplette Messapparatur entwickelt, die als ein Einheit etwa 60 000 Euro kostet. Damit bietet der Konzern erstmals eine komplette Lösung an. Ähnliche Systeme sind auch für das Handy-Geschäft geplant, wo Infineon dann etwa neben den Chips auch Tastatur und Display als Einheit verkaufen könnte.

Bei einem Flow-Thru-Chip werden auf einer Fläche von einem Quadratzentimeter rund eine Million feinster Kanäle in das Silizium geätzt. In diese werden dann verschiedene Moleküle eingebracht, die auf bestimmte Stoffe der Testsubstanz reagieren.

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