Unternehmen will jährlich 2,4 Milliarden Euro in neue Autos investieren
Modelloffensive soll Fiat auf Kurs bringen

Mit Vorsicht hat die Börse die Details des Sanierungsplans für den krisengeschüttelten Autohersteller Fiat aufgenommen. Nach einer Analystenpräsentation legten die in Mailand notierten Papiere am Freitag zunächst leicht zu, bröckelten gestern jedoch wieder um 1% ab. Damit befindet sich die Aktie nach wie vor in der Nähe ihres 10-Jahres-Tiefstands.

mab MAILAND. Neben der Entlassung von 2 900 Mitarbeitern hat das Fiat-Management eine Modelloffensive angekündigt. In die Entwicklung neuer Autos will das Unternehmen bis 2004 jährlich 2,4 Mrd. Euro investieren. Das ist deutlich mehr als in der Vergangenheit. Ziel ist, den Marktanteil in Europa mittelfristig wieder auf 10 % zu steigern. Im April kam Fiat lediglich auf 8,9 % und musste sich von den japanischen Produzenten sowie Renault überholen lassen. Giancarlo Boschetti, der vom LKW-Hersteller Iveco kommende neue Chef der Autosparte, hat für das vierte Quartal dieses Jahres operativ eine Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal hatte Fiat Auto mit einem Verlust von 429 Mill. Euro die Märkte schockiert. Der Verlust für das Gesamtjahr soll aber keinesfalls das 2001er Ergebnis von minus 549 Mill. Euros übertreffen.

Das bei Fiat dominierende Autogeschäft (43% des Konzernumsatzes) wird laut eigenen Angaben frühestens 2004 netto wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Das Management will die Synergien mit General Motors stärker als bisher nutzen. Die Entwicklung dreier gemeinsamer Plattformen ist geplant, die Hälfte aller Komponenten solle künftig gemeinsam genutzt werden. Die Einsparungen sollen von 566 Mill. in diesem Jahr auf 1 Mrd. Euro 2004 steigen.

Weiter will Fiat durch Investitionen in neue Produkte den Zugang zu qualitativ höherwertigen und margenträchtigeren Segmenten schaffen. Ein Ziel, das nicht leicht zu schaffen sein wird, wie die Zahlen für den Golf-Konkurrenten Stilo beweisen: Dessen Verkaufspläne für 2002 hat das Management jetzt um 15 % auf 226 000 Stück herunterkorrigiert. Fiat will ferner seine Bemühungen steigern, diverse Konzerntöchter zu verkaufen, um die Schuldenlast auf 3 Mrd. Euro zum Jahresende zu senken. Inklusive des geplanten Börsengangs von Ferrari sind nun Erlöse von 3,2 Mrd. Euro projektiert - ein Plus von 60 %.

Quelle: Handelsblatt

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