Unternehmen wollen Beschäftigte halten
Flaute im Chemiesektor hält an

In der chemischen Industrie macht sich nach einem Produktionsrückgang im 1. Halbjahr 2001 Konjunkturpessimismus breit.

dpa-afx FRANKFURT. Falls sich der wirtschaftliche Abschwung in den USA verstärkt, rechnet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auch im kommenden Jahr mit "weitergehenden Produktionseinbußen". Eine deutliche Aufwertung des Eurokurses gegenüber dem US-Dollar könnte zusätzliche negative Impulse für die Export orientierte Branche auslösen, schrieb der VCI am Freitag in seinem aktuellen Lagebericht. Die Belegschaft im Inland soll allerdings nicht drastisch gekürzt werden.

Leichte Erholung im zweiten Halbjahr 2001 erhofft

Für das Gesamtjahr 2001 rechnet der Verband nur noch mit einem Umsatzplus von drei bis vier Prozent. Nach dem schwachen ersten Halbjahr mit einem Rückgang der Produktion um 0,7 Prozent hofft die Branche wieder auf eine leichte Verbesserung des Ausstoßes in der zweiten Jahreshälfte. "Die Produktion könnte dann im Jahresdurchschnitt bestenfalls knapp unter dem Vorjahresniveau liegen."

Der stark vom Export abhängige Industriezweig leidet unter der nachhaltigen Abkühlung der Weltwirtschaft. Die härter als erwartete Flaute in der US-Wirtschaft habe sich inzwischen auch auf wichtige Abnehmerregionen deutscher chemischer Erzeugnisse wie Asien und Europa ausgedehnt. Hinzu komme, dass Japan nahtlos an sein "verlorenes Jahrzehnt" anknüpfe und im Jahr 2001 nicht auf einen gesunden Wachstumspfad zurückkehren werde.

Schwaches zweites Quartal

Im zweiten Quartal erreichte der Branchenumsatz mehr als 54 Mrd. DM. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum war dies nur ein Plus von 1,4 Prozent. Mehr als 28 Mrd. DM entfielen auf das Auslandsgeschäft, das im zweiten Vierteljahr immer noch knapp fünf Prozent höher war als vor Jahresfrist. Im Inlandsgeschäft kam es dagegen zu einem Rückgang von zwei Prozent auf 25 Mrd. DM.

Trotz der eingetrübten Lage versuchen die deutschen Chemieunternehmen nach Angaben des VCI ihre Beschäftigten weiterhin zu halten. Die von einigen Konzernen angekündigten Schließungen beträfen vor allem ausländische Standorte. "Wir gehen derzeit davon aus, dass die Beschäftigtenzahl in der deutschen chemischen Industrie trotz der schwachen Konjunktur im Jahresverlauf nahezu stabil bleibt." Im zweiten Quartal waren im Inland 466 200 Personen in der Chemie beschäftigt. Dies waren 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Schwund resultiert zum Teil auch aus der Ausgliederung von Unternehmensteilen, die dann in anderen Branchen von den Statistikern erfasst werden

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