Unternehmen zögern aus Sorge um mögliche Patentklagen mit dem Wechsel zu Linux & Co.
Rechtsunsicherheit behindert Investitionen in freie Software

Der Pinguin, das Markenzeichen der Open-Source-Software Linux, steht unter Druck. Während immer mehr Firmen und Organisation die freie Software einsetzen, treten mehr und mehr Schwachpunkte zu Tage. Der zur Zeit wohl schwerwiegendste: die Rechtsunsicherheit.

jkn/tnt FRANKFURT/M.

"Die Rechtsunsicherheit mit Blick auf das deutsche Urheberrecht und das extensive Patentrecht etwa in den USA ist ein großer Hemmschuh für Open-Source", sagt Fabian Niemann, Rechtsanwalt bei der internationalen Sozietät Linklaters. Vielen Firmen seien diese Probleme nicht bewusst. "Werden sie dann aufgeklärt, sehen wir bei Mandanten, dass sie häufig mit der Investition in Open-Source- Produkte wie Linux zögern", sagt Niemann.

Die wachsenden Warnungen kommen zu einer Zeit, in der immer mehr Firmen auf Open-Source setzen. Open-Source-Software "umfasst mehr als nur das Betriebssystem Linux", heißt es in einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters CSC. So zählen die Serverprogramme Apache und Samba ebenso zu den Open-Source-Programmen wie die Datenbank MySQL. Steigender Beliebtheit erfreut sich auch der Open-Source Webbrowser Mozilla der dem Microsoft-Pendant Internet Explorer in den vergangen Monaten kräftig Marktanteile abgenommen hat.

Dabei ist vor allem die öffentliche Hand die treibende Kraft. Auch auf der derzeit laufenden Fachmesse Linux-World in Frankfurt steht das Thema öffentliche Verwaltung wieder im Fokus. So plant nach dem Umstieg der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall auch Leonberg einen sukzessiven Umstieg auf Open-Source. Die Bundesfinanzverwaltung hat 2004 den bis dato größten Großrechner auf Linux-Basis installiert. Das bekannteste Projekt ist jedoch München. Unter dem Projektnamen LiMux will die Stadtverwaltung ihre 17 000 PC-Arbeitsplätze und 400 Server auf Open-Source-Software umstellen. Wegen der ungeklärten Rechtslage hatte die Stadtverwaltung das Projekt im Frühsommer kurzfristig auf Eis gelegt. Mittlerweile geht die Umstellung jedoch weiter, nachdem ein Rechtsgutachten Entwarnung gegeben hatte. So kommen die Gutachter der Münchner Kanzlei Frohwitter zu dem Ergebnis, dass Open- Source-Software grundsätzlich die gleichen Patentrisiken beinhalte wie konventionelle Software. Auch die geplante EU-Richtlinie ändere daran nichts. "Mit der Umsetzung der Rats-Richtlinie verschlechtere sich die Investitionssicherheit der Stadt München gegenüber der derzeitigen Rechtslage nicht.

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