Unternehmenskreise schätzen den Verkaufswert auf 14 bis 16 Milliarden DM
Zeichen für BASF-Pharma-Verkauf verdichten sich

Der BASF-Konzern wird Unternehmenskreisen zufolge am Freitag vorraussichtlich den Verkauf seines Pharmageschäfts bekannt geben.

rtr FRANKFURT. Der BASF-Konzern wird nach Angaben aus Unternehmenskreisen voraussichtlich am Freitag den Verkauf seines Pharmageschäfts bekannt geben, über den Branchenexperten seit langem spekulieren. Der Konzern werde am Vormittag eine Erklärung zur Zukunft der Sparte abgeben, hieß es in den Kreisen am Donnerstag. Der Aufsichtsrat war zuvor in Ludwigshafen zu Beratungen über die Veräußerung des Bereichs zusammengekommen. Der US-Gesundheitskonzern Abbott Laboratories, der als einer der Kaufinteressenten gilt, kündigte für Freitag eine Mitteilung zu seinem Pharma-Geschäft an. In Branchenkreisen hieß es, dabei könne es um den Kauf der BASF Pharma gehen. BASF lehnte eine Stellungnahme ab.

Experten vermuten seit langem, BASF werde das Pharma-Geschäft verkaufen, das weniger als ein Zehntel des Konzernumsatzes und einen Weltmarktanteil von 0,7 Prozent erreicht. Nach Informationen aus aufsichtsratsnahen Kreisen geht der Vorstand von einem geschätzten Verkaufswert von 14 bis 16 Milliarden Mark aus. Analysten zufolge könnte BASF den Erlös für einen Zukauf zum Beispiel im Pflanzenschutz sowie zum Schuldenabbau verwenden. Die Sparte könne für einen US-Konzern interessant sein, der in Europa expandieren wolle.

In Branchenkreisen war zu hören, zwei bis drei Unternehmen lägen bei Verhandlungen über die BASF-Pharma-Sparte noch im Rennen. Informationen vom Anfang der Woche zufolge waren Vorgespräche zwischen BASF und der amerikanischen Eli Lilly weit fortgeschritten. Das "Handelsblatt" berichtete am Donnerstag aber, das Unternehmen sei aus Vorgesprächen ausgestiegen, ebenso wie die französische Sanofi-Synthelabo . Als Hauptinteressent gelte nun der Pharma- und Diagnostik-Konzern Abbott Laboratories. Eine BASF-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Als weiterer potenzieller Kaufkandidat hatte in der Vergangenheit Bristol-Myers Squibb gegolten.

In amerikanischen Branchenkreisen hieß es, Abbott könnte bei der angekündigten Erklärung zu seiner Pharma-Sparte am Freitag einen großen Zukauf bekannt geben. Nach Angaben eines früheren Abbott-Managers hat das Unternehmen die Mitarbeiter diese Woche intern darüber informiert, dass es eine Struktur für seine weltweiten Pharma-Geschäfte geschaffen habe, um Forschung und Entwicklung voranzutreiben.

Bei der deutschen BASF-Pharmatochter Knoll war für Freitagmorgen eine Betriebsversammlung anberaumt. Der Betriebsratsvorsitzende Roland Brendel hatte am Mittwoch gesagt, bei dieser regulären Zusammenkunft werde über "ganz normale firmeninterne Fragen beraten". Der Verkauf von Knoll stehe nicht auf der Tagesordnung.

BASF Pharma erwirtschaftete im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Euro Umsatz bei einem Konzernumsatz von 29,5 Milliarden Euro. Die Geschäfte des Unternehmensbereichs werden seit knapp einem halben Jahr von einem Führungsgremium in London gesteuert. Der weitaus größte Teil des Umsatzes entfällt auf die in Ludwigshafen ansässige Knoll AG und ihre amerikanische Schwestergesellschaft Knoll Pharmaceutical Company.

Abbott Laboratories erforscht, entwickelt und verkauft eine breite Palette von Gesundheits-Erzeugnissen und-Dienstleistungen, unter anderem Medikamente und Diagnoseprodukte für Krankenhäuser. In den ersten neun Monaten 2000 erzielte das Unternehmen rund zehn Milliarden Dollar Umsatz, davon in der Pharma-Sparte 1,82 Milliarden Dollar.

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