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Unternehmenskrisen kippen Stimmung - Weihnachtsbelebung saisonbedingt

Die Unternehmenskrisen bei Karstadt-Quelle und Opel haben die Stimmung der deutschen Verbraucher gekippt. "Die Verunsicherung ist im Oktober wieder leicht gestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK AG , Klaus Wübbenhorst, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

dpa-afx NÜRNBERG. Die Unternehmenskrisen bei Karstadt-Quelle und Opel haben die Stimmung der deutschen Verbraucher gekippt. "Die Verunsicherung ist im Oktober wieder leicht gestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK AG , Klaus Wübbenhorst, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Hoffnung, dass sich die Konsumstimmung nach der leicht positiven Entwicklung im Vormonat weiter stabilisiert, blieb damit unerfüllt.

Die Erwartungen an die Entwicklung der Konjunktur und das persönliche Einkommen sowie die Anschaffungsneigung seien wieder etwas negativer ausgefallen. Das Konsumklima für November verharrte mit 2,3 Punkten auf dem Stand des Vormonats. Die Voraussetzungen für eine durchgreifende Konsumbelebung seien damit weiter eher nicht gegeben, sagte Wübbenhorst. Auch im kommenden Jahr dürfte der Konsum angesichts der voraussichtlich anhaltend hohen Arbeitslosigkeit zu "keinem Motor der Wirtschaft werden".

'Diskussion UM Einen Arbeitsplatz Macht 150 Leuten Angst'

Wie stark die derzeitige Diskussion über die Streichung von bis zu 45 000 Arbeitsplätzen die Deutschen verunsichert, machte Wübbenhorst an einer Faustformel fest. "Die Diskussion um einen Arbeitsplatz macht 150 Leuten Angst", beschreibt Wübbenhorst die Hebelwirkung der jüngsten Diskussionen. Schließlich hielten sich nicht nur alle direkt betroffenen beim Konsum zurück, sondern auch all diejenigen, die sich generell von einem Stellenabbau bedroht fühlten. Das seien einer Studie zufolge rund 20 Prozent der Beschäftigten.

Neben den Unternehmenskrisen stünden gestiegene Rohstoffpreise sowie die leicht zurückgehenden Exportaktivitäten einem durchgreifenden Stimmungsumschwung entgegen. Der Index für die Konjunkturstimmung ging um 4,6 Punkte auf minus 16,5 Punkte zurück. Es mache sich zunehmende Skepsis breit.

NUR Saisonbedingt Belebung DES Weihnachtsgeschäfts

Auch bei den Einkommenserwartungen schlugen die Berichte über Massenentlassungen negativ zu Buche. Der Index gab um 3,2 auf minus 15,5 Punkte nach. Der Index liegt damit knapp neun Punkte unter dem Wert ein Jahr zuvor. Immer mehr Deutsche fürchteten offensichtlich um ihren Job. Sie äußerten sich zur Entwicklung der persönlichen finanziellen Lage deshalb erneut sehr vorsichtig.

Bei der Anschaffungsneigung halte die Lustlosigkeit an. Der Rückgang sei mit 1,2 Punkten auf minus 28,6 Punkte aber im Vergleich zur Eintrübung bei den Einkommens- und Konjunkturerwartungen sehr gering. Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft erwartet Wübbenhorst gleichwohl nur eine saisonbedingte Belebung. "Das Hoch um die Weihnachtszeit ist allein durch den Schenkmonat bedingt", sagte Wübbenhorst. Die GfK befragt jeden Monat rund 2000 Personen.

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