Unternehmensskandale schaden Vertrauen von Investoren und Kreditgebern.
US-Konjunkturprogramm womöglich zu spät

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve hat das Konjunkturprogramm von US-Präsident George W. Bush als womöglich zu spät bewertet. Auch Unternehmensskandale sollen Erholung der US-Wirtschaft bremsen..

HB/VWD/REUTERS Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve hat das Konjunkturprogramm von US-Präsident George W. Bush im Rahmen seiner Sitzung am 28. und 29. Januar als womöglich zu spät bewertet. Darüber hinaus sei zu befürchten, dass die Bundesstaaten auf Grund ihrer defizitären Haushalte an dem geplanten Wegfall der Besteuerung von Dividenden Schaden nehmen könnten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll (Minutes) des Treffens weiter.

Nicht nur die Unsicherheit wegen des Krieges gegen Irak bremst nach den Worten des Präsidenten der Federal Reserve Bank von New York, William McDonough, die Erholung der US-Wirtschaft. Das Vertrauen von Investoren und Kreditgebern habe durch die Unternehmensskandale in den USA Schaden genommen, sagte er am Donnerstag bei einer Rede vor dem New Yorker Bankenverband. Sie hegten weiterhin Zweifel an der internen Führung und externen Überwachung sowie an der Zuverlässigkeit von Informationen, die Unternehmen lieferten.

Die Äußerungen McDounougs, der derzeit stimmberechtigtes Mitglied des für die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) verantwortlichen Offenmarktausschusses ist, stehen im Gegensatz zur Erklärung der Fed nach deren Zinstreffen am Dienstag. Darin hatte die Notenbank geopolitische Unsicherheiten als Hauptfaktor für die nur verhaltene Erholung genannt. Sobald diese geschwunden sein, werde sich die Belebung beschleunigen.

Die Unternehmensskandale seien eine der Überraschungen gewesen, die dem Platzen der Blaser an den Aktienmärkten folgte, fuhr McDonough fort. Hinzu gekommen sei die deutliche Ausweitung der Haushalts-Fehlbeträge in den USA. Derzeit befinde sich die US-Wirtschaft in einer frühen Phase der Erholung mit einer Expansion unter der Potenzial-Wachstumsrate. Diese schätze er auf 3,00 bis 3,25 Prozent im Jahr. 2002 war die US-Wirtschaft mit einer Rate von 2,9 Prozent gewachsen. McDonough wird voraussichtlich im Juli in den Ruhestand gehen. Das nächste Zinstreffen der Fed ist für den 6. Mai anberaumt worden.

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