Unternehmenssprecher verweisen auf auslaufende Aktienoptionen
Zunehmende Insiderverkäufe sind ein schlechtes Omen für die US-Börsen

In den letzten acht Wochen haben Unternehmensinsider in den USA mehr als vier Mal so viel Aktien verkauft wie gekauft. Das ist die höchste Quote seit knapp 16 Jahren. Die starken Insiderverkäufe sind laut David Coleman, Herausgeber des Börsenbriefes Vickers Weekly Insider Report, ein schlechtes Zeichen für die Entwicklung an den US-Börsen. Anleger müssten sich auf weitere Kursrückgänge der US-Indizes einstellen.

Bloomberg NEW YORK. Die vermehrten Verkäufe durch Vorstandsmitglieder und Direktoren zeigen, dass sie "ihr Geld lieber irgendwo anders investieren als in die Aktien ihres Unternehmens," konstatiert Coleman. Diese Verkäufe "sind ein guter Indikator für die Anleger. Sie sollten noch einmal darüber nachdenken, warum sie die Aktie gekauft haben." Unter anderem haben Unternehmensinsider bei Raytheon Co. und Healthsouth Corp. in den letzten acht Wochen Aktien verkauft, dies geht aus den Meldungen an die amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Im gleichen Zeitraum büßte der Standard & Poor's Index 10,5 % ein.

Während die Anleger Raytheon im Mai 2002 auf den höchsten Kurs seit zweieinhalb Jahren katapultierten, verkauften Unternehmensinsider 500 000 Aktien, dies wurde an die SEC gemeldet. Das waren "fast alle Verkäufe der letzten zwölf Monaten," so Coleman. Ein weiteres Beispiel ist Healthsouth: Von den 6 Millionen Aktien, die Unternehmensinsider in den letzten zwölf Monaten abstießen, wurden fast 5,28 Millionen im letzten Monat vom Chairman und CEO Richard Scrushy verkauft, zeigen die SEC-Daten. Die Aktie hat im Juni 8 % verloren. In beiden Fällen hieß es in den Unternehmen, die Verkäufe seien auf die Ausübung von auslaufenden Aktienoptionen zurückzuführen.

Die meisten Unternehmensinsider erhalten ihre Aktien über Aktienzuteilungen oder durch die Ausübung von Optionen und weniger über direkte Käufe. Daher liegen die Verkäufe in der Regel über den Käufen. Coleman sieht in einer Quote von über 2,5 verkauften Aktien pro gekaufter Aktie einen Indikator für eine pessimistische Stimmung. 1999 kauften die Insider vier Mal mehr Aktien als sie verkauften, berichtet er. Im Januar 2000 erreichte der Dow Jones Industrial Average die Rekordmarke von 11 722,98 Punkten. Ende September 2001 dagegen, als die Indizes auf den tiefsten Stand seit drei Jahren abrutschten, übertrafen die Verkäufe die Käufe im Verhältnis 3,5 zu 1, erklärt Coleman.

Quelle: Handelsblatt

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