Unternehmensumbau abgeschlossen
MLP zieht Kapitalerhöhung durch

Der Finanzdienstleister MLP hat seine von Kleinaktionären kritisierte Kapitalerhöhung nach eineinhalbjährigem Hickhack unter Dach und Fach gebracht und den Konzern damit neu strukturiert.

Reuters HEIDELBERG. Das Amtsgericht Heidelberg hat die bereits im November 2000 von einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigte Erhöhung des Grundkapitals um 29,4 Millionen auf 108,6 Millionen Euro in das Handelsregister eingetragen.

Damit halten Vorstandschef Bernhard Termühlen und Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger nun zusammen 47 Prozent am Unternehmen. Bis jetzt waren es knapp 33 Prozent. Neue Aktien kommen dadurch nicht in den Handel.

Gegen den Beschluss der HV läuft in zweiter Instanz noch eine Anfechtungsklage von Privatanlegern beim Oberlandesgericht in Karlsruhe. Sollte das OLG den Kleinaktionären Recht geben, wolle MLP in die Berufung vor den Bundesgerichtshof gehen, sagte eine Sprecherin am Montag.

Die Ausgabe neuer Aktien ist die Gegenleistung dafür, dass Termühlen und Lautenschläger ihre Anteile von zusammen fast 50 Prozent an den Tochtergesellschaften MLP Lebensversicherung AG, MLP Versicherung AG, MLP Login GmbH und MLP Vermögensverwaltung AG in den Konzern einbringen. 50 Prozent plus eine Aktie an den Töchtern lagen bereits bisher bei der Holding. Künftig sind sie 100-prozentige MLP-Töchter.

Über die zwei ersten Gesellschaften bietet MLP eigene Versicherungsprodukte an. Deren Verbuchung in der Bilanz hatte zuletzt die Kritik eines Anlegermagazins auf sich gezogen, die zu einem Kurssturz geführt hatte.

Kleinaktionäre hatten kritisiert, dass die Töchter in einem Gutachten der Versicherungsexperten von Fox Pitt Kelton zu hoch bewertet und Termühlen und Lautenschläger sich damit über die Einbringung Vorteile verschafft hätten. Das Unternehmen hatte dagegen auf die hohen Wachstumsraten der Tochtergesellschaften verwiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat von MLP hatten die Durchführung der Kapitalerhöhung Anfang April beschlossen. Der Streubesitz, der auf 47 Prozent schrumpft, steige in absoluten Zahlen leicht an, hieß es. Bei den Mitarbeitern von MLP liegen künftig neun Prozent der Anteile.

Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche hatte MLP die von zwei Kleinaktionären angefochtenen Beschlüsse pro forma noch einmal bestätigen lassen, um mögliche Formfehler zu heilen. Das Landgericht Heidelberg hatte in erster Instanz zugunsten von MLP entschieden.

Die MLP-Aktie gab am Montag um 2,9 Prozent auf 42,31 Euro nach, was Händler mit einer technischen Reaktion auf die Kursgewinne vom Freitag begründeten.

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