Unternehmensverkäufe lassen Nettogewinn und Cash Flow im ersten Quartal hochschnellen
Telecom Italia erfüllt die hohen Erwartungen

Die seit 10 Monaten amtierende Führungsspitze der Telecom Italia (TI) unter Pirelli-Boss Marco Tronchetti Provera bleibt sich treu: Auch im ersten Quartal 2002 hat sie die Erwartungen der Märkte nicht enttäuscht.

mab MAILAND. Über den leicht höheren Umsatz (+1,9% auf 7,27 Mrd. Euro), das stabile Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (-0,4% auf 3,27 Mrd. Euro) sowie den in die Höhe geschossenen Nettoge-winn (+86% auf 721 Mill. Euro) haben sich Analysten befriedigt gezeigt. Die Rosskur der neuen Herren im Hause zeige Wirkung, hieß es am Mittag in Mailänder Finanzkreisen. Heute sei Telecom Italia einer der wenigen europäischen Ex-Monopolisten, der eine wirklich stringente Strategie zur langfristigen Sanierung der Finanzlage eingeschlagen habe.

Die Steigerung des Nettoergebnisses ist wie die Explosion des Cash Flows (+136% auf 1,6 Mrd. Euro) in erster Line dem gut angelaufenen Programm zur Straffung des Konzernportfolios zu verdanken. So hat die Mobilfunktochter TIM ihre knapp 20%ige Beteiligung an der französichen Bouygues Télécom für 750 Mill. Euro veräußert; außerdem ist eine Quote am Glücksspielbetreiber Lottomatica für 212 Mill. Euro verkauft worden. Allein diese beiden Operationen haben den Gewinn um über 500 Mill. Euro anschwellen lassen.

Operative Zahlen beeindrucken Marktteilnehmer

Neben der Ernsthaftigkeit, mit dem das Management die Konzentration der Geschäfte auf den Heimatmarkt, Südamerika und den Mittelmeerraum betreibt, beeindrucken Marktteilnehmer die guten operativen Zahlen. Die Mobilfunktochter TIM schafft es trotz einer zunehmenden Sättigung des Heimatmarktes immer noch die Ergebnisse zu verbessern. Und der Festnetzsparte ist es in beachtlicher Weise gelungen, sich gegen die zu-nehmende Konkurrenz zu wehren. Immerhin ist das Vorsteuerergebnis um 4,4% angestiegen. Auch die Internetsparte Seat Pagine Gialle hat die düstersten Zeiten hinter sich gelassen. Der 14% höhere Umsatz sowie ein kleinen Gewinn von 69 Mill. Euro lässt die Analysten von Dresd-ner Kleinworth Wasserstein urteilen: "Das Vertrauen in das Restrukturierungsprogramm wächst."

Die aktuell vieleicht wichtigste Zahl betrifft den Schuldenstand, der auf Konzernebene um 1,3 Mrd. Euro gesunken ist und nun bei 20,6 Mrd. Euro liegt. Analysten verweisen darauf, dass Konkurrenten wie die Deutsche Telekom oder France Télécom in weit stärkerem Maße verschuldet sind.

Quelle: Handelsblatt

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