Unternehmenswerbung verdoppelt
Brutto-Werbeaufwand in klassischen Medien steigt zweistellig

Deutschlands Unternehmen haben ihre Brutto-Werbeausgaben bis Ende September um 13,1 % auf 25,1 Mrd. DM erhöht. Für das Wachstum sorgten vor allem die Branchen Automobil, Telekommunikation und die Medien selbst.

dpa HAMBURG. In Printmedien, Hörfunk und Fernsehen sowie auf Plakaten ist in diesem Jahr so viel geworben worden wie nie zuvor. Bis Ende September legte der Bruttowerbeaufwand in den klassischen Medien um 13,1 % auf 25,1 Mrd. DM (12,8 Mrd Euro) zu. Ermöglicht werde das "Wirtschaftswunder Werbung" durch die Unternehmen der Automobilbranche, die jungen Unternehmen der Telekommunikation sowie die explodierenden Ausgaben der Medien selbst, teilte die A.C. Nielsen Werbeforschung S + P GmbH am Donnerstag zur Vorlage ihrer Zahlen in Hamburg mit.

Die Tageszeitungen, Publikumszeitschriften sowie Hörfunk und Fernsehen verzeichneten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zweistellige Zuwachsraten. Im Fernsehen wurde für 10,7 Mrd. Werbung geschaltet, ein Zuwachs von 15,1 %. Die Bruttowerbeaufwendungen in den Tageszeitungen legten um 11,3 % auf rund 5,76 Mrd. zu. Zu diesem Betrag müssen noch die Einnahmen durch Regional- und Kleinanzeigen addiert werden, die aber von der Nielsen-Studie nicht erfasst werden.

Die Werbeumsätze der Publikumszeitschriften stiegen um 13,1 % auf 5,73 Mrd. DM, die der Fachzeitschriften um 4,5 % auf 685 Mill. DM. Bei der Plakatwerbung stellte das Marktforschungsunternehmen ein Plus von 6% auf rund 679 Mill. DM fest. Nach dem ersten Halbjahr hatte Nielsen- Geschäftsführer Ludger Vornhusen einen Bruttowerbeaufwand von 35 Mrd. DM für das Gesamtjahr erwartet. An dieser Prognose werde festgehalten, sagte eine Unternehmenssprecherin in Hamburg. Die werbestärksten Monate stünden angesichts des Weihnachtsgeschäfts noch bevor.

Die Medien selbst - inklusive ihrer Eigenwerbung - sorgen mit einem Werbevolumen von 2,37 Mrd. DM (plus 28,3 %) für den Spitzenwert. Die Automobilbranche, seit Jahren der Werbemotor schlechthin, hat ihre Ausgaben um 6,4 % auf 2,25 Mrd. DM zurückgenommen. Angesichts der schwachen Automobilkonjunktur würden auch Werbeausgaben vorsichtiger kalkuliert, meinte die Nielsen- Sprecherin. Die Telekommunikation ließ 1,9 Mrd. DM (plus 35 %) in die Werbung fließen. Der im Handel tobende Preiskrieg spiegelt sich auch auf der Werbeseite wider: Lebensmittel-Filialen, Kauf- und Warenhäuser investierten 1,55 Mrd. DM in die Werbung für ihre Produkte (plus 17,7 %).

Die Unternehmenswerbung wurde auf rund 660 Mill. DM verdoppelt. Der neue Energieversorger Eon, der laut Nielsen mehr als 100 Mill. DM in seine Werbung pumpte, steht allein für rund ein Sechstel dieses Volumens. Die stärkste Zuwachsrate verzeichnete der Bereich Finanz-Anlagen und Beratung mit 182,7 % auf 675 Mill. DM.

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