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Unternehmerfamilie Röchling will Rheinmetall-Anteil verkaufen

Die Unternehmerfamilie Röchling will ihre Beteiligung an dem Rüstungskonzern Rheinmetall vollständig abbauen.

dpa-afx MANNHEIM/DÜSSELDORF. Die Unternehmerfamilie Röchling will ihre Beteiligung an dem Rüstungskonzern Rheinmetall vollständig abbauen. In einem beschleunigten Verfahren sollen in den kommenden drei Tagen die Aktien bei institutionellen Anlegern veräußert werden, teilte die familieneigene Röchling Industrie Verwaltung Gmbh am Mittwoch in Mannheim mit. Die Familie kontrolliert 42,1 Prozent des Grundkapitals von Rheinmetall. Dies entspricht 73,7 Prozent der Stammaktien und 10,48 Prozent der Vorzugsaktien.

Eine Sprecherin von Röchling begründete den Rückzug mit der Neuausrichtung der Röchling Industrie Verwaltung. Die Familie Röchling werde sich künftig auf den Ausbau des Geschäftsbereichs Kunststofftechnik konzentrieren, sagte sie. Vor wenigen Wochen hatte die Familie noch beteuert, an dem Düsseldorfer Rüstungskonzern festhalten zu wollen.

Zu möglichen Absprachen mit Interessen wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Die Luxemburger Versicherungsgesellschaft Lombard hatte kürzlich den Ausbau ihrer Rheinmetall-Beteiligung auf knapp 15 Prozent bekannt gegeben. Mit dem Verkauf der Aktien wurde die US-Investmentbank Goldman Sachs beauftragt. Zum erwarteten Erlös machte die Sprecherin keine Angaben. An der Börse hat die Beteiligung einen Wert von rund 570 Mill. Euro. Als Kaufinteressent wurde in der Vergangenheit häufig der US-Finanzinvestor Carlyle Group genannt.

Umwandlung

Der Vorstand von Rheinmetall kündigte am Mittwoch eine Umwandlung von nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien der Gesellschaft in stimmberechtigte Stammaktien. Ein entsprechender Vorschlag soll der Hauptversammlung am 10. Mai kommenden Jahres zur Zustimmung vorgelegt werden.

Gegenwärtig ist das Grundkapital von Rheinmetall eingeteilt in 36 Mill. nennwertlose Stückaktien, davon 18 Mill. Stammaktien und 18 Mill. Vorzugsaktien. Der Vorstand begründete die geplante Umwandlung mit dem Rückzug der Unternehmerfamilie Röchling. Das Management verspricht sich von der Umwandlung eine höhere Gewichtung im MDax und eine höhere Akzeptanz bei institutionellen Investoren.

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